Streit um Ziffernnoten: Rückzieher von Heinisch-Hosek

31. März 2016, 08:08
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Eltern, Lehrer und Direktoren sollen über Abschaffung der Noten entscheiden

Wien – Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) zieht bei der Abschaffung der Ziffernnoten in der Volksschule offenbar doch zurück. Laut einem Papier des Ministeriums, das der "Presse" vorliegt, soll die Entscheidung entgegen ursprünglichen, von der ÖVP abgelehnten Plänen am Schulstandort fallen.

Konkret soll das Schulforum – Eltern, Lehrer und Direktor oder Direktorin – über die Abschaffung der Noten entscheiden. Trifft es keine Entscheidung, obliegt diese dem Schulleiter. Gefällt den Eltern das nicht, eröffnet ihnen der neue Entwurf noch eine Chance, doch zu der gewünschten Beurteilungsform zu kommen: "Den Erziehungsberechtigten soll es unbenommen sein, in Ergänzung zur autonomen Entscheidung am Standort für ihr Kind eine der beiden Varianten zu wählen", heißt es in dem Papier.

Zusätzliches Zeugnis

Die Eltern können sich für ihr Kind also ein zusätzliches Zeugnis – entweder in Ziffernform oder als Pensenbuch, Lernfortschrittsdokumentation et cetera – wünschen.

Heinisch-Hosek hatte ursprünglich geplant, Ziffernnoten bis inklusive der dritten Klasse durch schriftliche Semester- oder Jahresinformationen zu ersetzen. Eltern hätten aber weiter eine herkömmliche Beurteilung verlangen können. Eine Bestätigung, dass die Ministerin ihre Pläne tatsächlich geändert hat, war aus ihrem Ressort vorerst nicht zu erhalten. (APA, 31.3.2016)

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