Trump revidiert: Nicht Frauen, sondern Ärzte für Abtreibungen bestrafen

31. März 2016, 06:23
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US-Präsidentschaftsbewerber hatte mit ursprünglicher Forderung für Wirbel gesorgt

Washington – Mit der Forderung nach Strafen für Frauen bei Abtreibungen hat der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump im US-Wahlkampf für Wirbel gesorgt – um seine Äußerung schon wenig später zurückzunehmen. Die Frau sei im Fall einer Abtreibung "ein Opfer", erklärte der Immobilienmilliardär am Mittwoch. Bestraft werden müsse nicht sie, sondern derjenige, der die Abtreibung vornehme.

Obwohl Schwangerschaftsabbrüche in den USA seit einer Entscheidung des Obersten Gerichts im Jahr 1973 weitgehend legal sind, sind sie weiterhin ein brisantes Thema. Für viele Konservative ist die Opposition gegen Abtreibungen ein Kernelement ihrer politischen Überzeugungen. Trump hat sich erst vor relativ kurzer Zeit als dezidierter Gegner von Schwangerschaftsabbrüchen positioniert.

In einem Interview des Senders MSNBC sagte er nun, dass die Abtreibung verboten werden und es eine Bestrafung für die Frau geben müsse. Befürworter des Rechts auf Abtreibung reagierten prompt mit Empörung. Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton erklärte auf Twitter: "Gerade, als man dachte, es könnte nicht schlimmer werden. Furchtbar und vielsagend."

"Frau ebenso Opfer"

Wenig später ließ Trump eine Erklärung verbreiten, die seine Äußerungen geraderücken sollte. Darin plädierte er für ein gerichtliches Verbot von Abtreibungen und für eine Regelung, wonach der Arzt und nicht die Frau für den Schwangerschaftsabbruch zu bestrafen ist. "Die Frau ist in diesem Fall ebenso ein Opfer wie das Leben in ihrem Leib."

Trump, der als Außenseiter antrat, hat inzwischen gute Chancen, Präsidentschaftskandidat der Republikaner zu werden. In den Vorwahlen liegt er deutlich in Führung vor seinen Rivalen Ted Cruz und John Kasich. (APA, 31.3.2016)

  • Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in De Pere, Wisconsin.
    foto: reuters/jim young

    Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in De Pere, Wisconsin.

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