Paradoxe Intervention

Einserkastl30. März 2016, 17:36
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Der Brite Ben Innes wollte das Selfie aller Selfies machen

Jungen Briten geht in den Feriendestinationen rund um das Mittelmeer ein eigener Ruf voraus. Besonders wenn sie im Rudel auftreten und das Erbe ihrer stammeskriegerischen Vorfahren bei ihnen durchbricht. Das gilt natürlich auch für junge Schweden und Niederländer, neuerdings auch für junge Russen .

Aber die Burschen von der Insel sind schon was Besonderes. Ganz Britannien kann nun stolz auf den jungen Mann sein, der im Zusammenhang mit der glimpflich abgelaufenen Entführung einer ägyptischen Passagiermaschine bekannt wurde. Ben Innes (26) kam auf die Superidee, ein Foto gemeinsam mit dem Entführer machen zu lassen. Das Bild zeigt einen grinsenden Hünen neben einem schwächlich aussehenden älteren Herrn, der allerdings einen Sprengstoffgürtel zu tragen scheint. "Ich wollte mir den Gürtel näher ansehen", sagte Ben nachher – was allerdings eher die Sicherheitskontrolle am ägyptischen Flughafen hätte tun sollen (es war eine Attrappe). In Wahrheit wollte der coole Brite (aus Aberdeen) wohl das Selfie aller Selfies machen.

Soll man den jungen Mann einen "daft bloke" (blöden Kerl) nennen? Vielleicht hat er den psychisch beeinträchtigten Entführer durch diese paradoxe Intervention psychologisch entwaffnet und damit einen Einsatz der heroischen ägyptischen Sicherheitsbehörden überflüssig gemacht.

Was für alle nur gut sein konnte. (Hans Rauscher, 30.3.2016)

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    foto: apa/afp/george michael
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