Nach Sex mit 18-Jähriger in Wiener Hotel: Junger Kellner verurteilt

30. März 2016, 14:46
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Schuldspruch wegen Vergewaltigung, weil für Gericht "Überschreitung" gegeben war – Ein Jahr teilbedingt für 20-Jährigen

Wien – Mit der Frage, ob ein in einem Wiener Hotel beschäftigter junger Kellner im März 2015 eine 18 Jahre alte italienische Schülerin zum Sex gezwungen hat, ist es am Mittwoch in einer Verhandlung im Landesgericht gegangen. Der 20-Jährige versicherte, es wäre mit dem Mädchen, das sich mit ihrer Klasse auf Wien-Woche befand, im Keller des Hotels zu einvernehmlichem Geschlechtsverkehr gekommen.

Dessen ungeachtet wurde der junge Mann wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen, obwohl selbst die Staatsanwältin in ihrem Schlussplädoyer nicht explizit einen solchen verlangt, sondern den Schöffensenat um eine "genaue Würdigung der Beweislage" ersucht hatte. "Sie haben sich nicht wie ein Rambo aufgeführt", billigte die vorsitzende Richterin Beate Matschnig dem 20-Jährigen in der Urteilsbegründung zu. Es liege "das unterste Ende an Gewalt" vor. "Aber wir glauben, dass es eine Überschreitung war, dass sie den Sex nicht wollte, dass sie sie weggedrückt haben", sagte Matschnig. Das reiche bereits für eine Verurteilung im Sinne der Anklage aus, verwies Matschnig auf die Judikatur des Obersten Gerichtshofs (OGH).

Der Mann wurde zu einem Jahr Haft, davon drei Monate unbedingt verurteilt. Verteidiger Martin Mahrer, der in seinem Schlusswort einen "glatten Freispruch" verlangt hatte, bat um Bedenkzeit. Das Urteil ist daher nicht rechtskräftig. (APA, 30.3.2016)

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