Handelsriese Metro will mit zwei Firmen an die Börse

30. März 2016, 09:11
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Neue Gesellschaften für Großhandel und Lebensmittel sowie für Media-Saturn – Großaktionäre signalisieren Zustimmung

Düsseldorf – Der Handelsriese Metro will sich aufspalten. Mit dem historischen Schnitt sollen zwei unabhängige, börsennotierte Geschäftseinheiten entstehen, teilte der Düsseldorfer Konzern am Mittwoch mit. Eine neue Gesellschaft soll das Großhandels- und Lebensmittelgeschäft um die Cash&Carry-Märkte und die Real-Supermärkte umfassen. Bei der heutigen Metro soll Europas größte Elektronikhandelskette Media-Saturn verbleiben.

Wachstumsperspektive

Beiden Teilen will Konzernchef Olaf Koch durch die Aufspaltung neue Wachstumsperspektiven eröffnen, auch soll der lange dümpelnde Börsenwert deutlich gesteigert werden. Zudem wird Koch mit dem Schritt den streitbaren Media-Saturn-Minderheitseigner Erich Kellerhals los. Denn Koch soll Chef des neuen Lebensmittelkonzerns werden. Bis Mitte 2017 soll die Aufspaltung über die Bühne gehen. Die Investoren begrüßten die Teilungspläne mit einem Kursfeuerwerk: Metro-Aktien legten um knapp acht Prozent auf 26,48 Euro zu und waren damit größter Gewinner im Nebenwerteindex MDax.

"Unsere Aktionäre würden Anteile an zwei hervorragend positionierten Marktführern erhalten, die sich noch stärker auf ihre jeweiligen Geschäfte konzentrieren und dadurch noch größeren Wert für Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner schaffen würden", warb Koch für die Pläne. Er selbst soll künftig Chef des Großhandels- und Lebensmittelgeschäfts werden, in das neue Unternehmen will er auch die Immobilien des Konzerns einbringen. An der Spitze des Elektronikhändlers soll Media-Saturn-Chef Pieter Haas stehen. Beide Teile, machte Koch deutlich, überschneiden sich in ihren Geschäften wenig – es gebe also wenig Argumente, an der bisherigen Struktur festzuhalten.

"Historische Chance"

Metro-Anteilseigner sollen Aktien an beiden Gesellschaften im Verhältnis zu ihren Anteilen erhalten. Die Großaktionäre wie die Duisburger Holding Haniel haben sich bereits hinter die Pläne gestellt. "Wir begrüßen die strategische Entscheidung", sagte ein Haniel-Sprecher. Auf einer Hauptversammlung müssen die Anteilseigner den Plänen noch zustimmen.

Koch sagte, nun sei die historische Chance für eine Aufspaltung gekommen. Er hatte in den vergangen Jahren im Metro-Reich aufgeräumt und die Nettoverschuldung um rund fünf Milliarden Euro abgebaut – unter anderem durch den Verkauf der Warenhaustochter Kaufhof. Metro erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von knapp 60 Milliarden Euro, rund 21 Milliarden Euro davon entfielen auf Media-Saturn. (APA, Reuters, 30.3.2016)

  • Der Handelsriese Metro will sich 2017 in zwei Teile spalten.
    foto: reuters/fabrizio bensch

    Der Handelsriese Metro will sich 2017 in zwei Teile spalten.

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