Ebola-Virus zählt weltweit zu den gefährlichsten Erregern

30. März 2016, 10:41
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Beschränkungen im internationalen Reiseverkehr seien nicht mehr nötig, heißt es vonseiten der Weltgesundheitsorganisation

Genf/Conakry/Freetown/Monrovia – Die gute Nachricht: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika ausgerufenen globalen Gesundheitsnotstand aufgehoben. Das teilte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan Dienstagabend in Genf mit. Die Epidemie sei ungeachtet noch vereinzelt registrierter Fälle erfolgreich unter Kontrolle gebracht worden.

Chan folgte mit der Entscheidung einer Empfehlung internationaler Virus-Experten. Sie hatten am selben Tag über den Verlauf der im Dezember 2013 in Guinea ausgebrochenen Epidemie beraten. Die Experten seien zu dem Schluss gekommen, dass unter anderem alle mit der Furcht vor Ebola verbundenen Beschränkungen im internationalen Reiseverkehr aufgehoben werden könnten, sagte Chan. "Ich habe ihre Empfehlungen akzeptiert", fügte sie hinzu.

Kritik an der WHO

Die schlechte Nachricht: Die WHO hatte erst nach wochenlangem Zögern im August 2014 den globalen Gesundheitsnotstand zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie ausgerufen. Daraufhin wurden verspätet Abwehrmaßnahmen gegen den damals bereits mit Abstand schwersten bisherigen Ebola-Ausbruch eingeleitet. Insgesamt sind der Epidemie mehr als 11.000 Menschen zum Opfer gefallen, mehr als 28.000 hatten sich infiziert.

Die WHO wurde bei der bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie von unabhängigen Experten heftig kritisiert. In einem Bericht wurde der WHO vorgeworfen, auf Warnungen vor einer dramatischen Ausbreitung des Ebola-Virus in Westafrika viel zu spät und nicht entschlossen genug reagiert zu haben.

Hohe Sterberate

Das Ebola-Virus zählt zu den gefährlichsten Krankheitserregern weltweit. Je nach Ausbruch sterben der WHO zufolge 25 bis 90 Prozent der Patienten. Es gibt noch kein Heilmittel, Impfstoffe sind in der Erprobung.

Die ersten Symptome einer Ebola-Erkrankung ähneln einer Grippe. So leiden Patienten zum Beispiel unter Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen, Erbrechen oder Durchfall. Der Erreger kann hämorrhagisches – mit Blutungen einhergehendes – Fieber auslösen. Manche Patienten sind verwirrt, bekommen Krampfanfälle bis schließlich die Organe versagen. Wer eine Infektion überstanden hat, kann unter Langzeitfolgen leiden. Dazu zählen etwa Depressionen oder Gelenkbeschwerden.

Virus seit 40 Jahren bekannt

Seinen Ursprung hat das Ebola-Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt etwa zu erkrankten Affen oder Flughunden infizieren. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Inkubationszeit – also der Zeitraum von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit – beträgt nach WHO-Angaben zwei Tage bis drei Wochen. Erst wenn Symptome auftreten, sind Infizierte ansteckend.

Zum ersten Mal wurde das Virus 1976 im damaligen Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, nahe dem Ebola-Fluss nachgewiesen. Daher hat die Krankheit ihren Namen. (APA, dpa, red, 30.3.2016)

  • Insgesamt sind der vergangenen Ebola-Epidemie mehr als 11.000 Menschen zum Opfer gefallen, mehr als 28.000 hatten sich infiziert.
    foto: apa/ap/abbas dulleh

    Insgesamt sind der vergangenen Ebola-Epidemie mehr als 11.000 Menschen zum Opfer gefallen, mehr als 28.000 hatten sich infiziert.

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