"That Dragon, Cancer": Let's-Play-Videos bringen Hersteller um Einnahmen

30. März 2016, 11:44
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User wollen sich das kurze Game offenbar lieber ansehen als selbst zu spielen

Während sich Let's Plays auf YouTube und anderen Video-Plattformen großer Beliebtheit erfreuen, wirkt sich das kommentierte Durchspielen und Vorführen von Spielen negativ auf die Verkäufe aus. So behauptet es zumindest Ryan Green, einer der Entwickler aus dem achtköpfigen Studio, das hinter "That Dragon, Cancer" steckt, in einem Blogpost.

Musik als Auslöser

Auf Twitter sorgte dieser Post für große Diskussionen, ob Let's Plays den Spieleherstellern nun nutzen oder doch eher schaden. Auslöser der ganzen Debatte waren dabei Tweets einer YouTuberin an Green und den für die Musik verantwortlichen Komponisten, die sich nach den Copyright-Rechten der Musik im Spiel erkundigten.

Green stießen genau diese Äußerungen ("Es ist ärgerlich, wenn jemand anderes an meinen Videos mitverdient") übel auf. Denn seiner Meinung nach beeinflussen Let's Plays die Verkäufe des Spiels negativ. Zwar hat sich das Spiel bereits 14.000 Mal verkauft, allerdings zahle man noch immer die Schulden aus der Entwicklungszeit ab, sodass noch kein einziger Cent an Gewinn eingefahren werden konnte.

Nicht generell schlecht

Ryan Green, dessen Geschichte als Vater eines krebskranken Kindes Vorbild für dieses Spiel war, betonte aber, dass er eigentlich ein Freund von Let's Plays sei. Eine gewisse Art dieser Videos sei jedoch eine Bedrohung für einzelne Spiele. Vor allem lineare und kurze Games würden unter einigen kaum kommentierten Let's Plays leiden, die Zuseher nicht dazu aufrufen, das Spiel zu unterstützen. So etwa "That Dragon, Cancer", das eine Spielzeit von nur etwa 2 Stunden aufweist.

Green plädiert für spannende Let's Plays, die nur Ausschnitte verwenden und eine eigene Geschichte erzählen, um Zuseher für das Spiel zu begeistern. Ein bloßes "Abfilmen" würde nur schaden.

Geringer Support würde genügen

Green verdeutlichte, dass man sich des Marketing-Wertes von Let's Plays bewusst sei. Man habe sie stets verfolgt und Kontakt mit Streamern und Zusehern gesucht. Dennoch fühle man sich zu wenig unterstützt, wenn etwa YouTuber nur auf eigene Social Media- oder Merchandise-Seiten verlinken, aber nicht auf die Entwickler. "Würde ein Bruchteil der Zuseher nur einen Dollar auf unserer Website hinterlassen, wäre das genug, um weiterarbeiten zu können", so Green.

Die Rechtsansprüche habe man mittlerweile eingestellt, da man nicht die Absicht gehabt hätte, Videos von YouTube oder Twitch nehmen zu lassen. Stattdessen wolle man mit dem Blogpost auf die Problematik aufmerksam machen und Streamer dazu auffordern, mehr Wertschätzung den Spielen gegenüber zu zeigen, mit denen sie teilweise beachtliche Mengen an Geld verdienen. (fps, 30.3.2016)

  • "That Dragon, Cancer" erzählt die Geschichte eines krebskranken Kindes.
    foto: that dragon, cancer

    "That Dragon, Cancer" erzählt die Geschichte eines krebskranken Kindes.

  • In dem Spiel verarbeiteten Amy und Ryan Green die eigenen Erfahrungen als Eltern.
    foto: that dragon, cancer

    In dem Spiel verarbeiteten Amy und Ryan Green die eigenen Erfahrungen als Eltern.

  • Let's Plays sollen die Verkäufe von "That Dragon, Cancer" massiv gefährden.
    foto: that dragon, cancer

    Let's Plays sollen die Verkäufe von "That Dragon, Cancer" massiv gefährden.

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