Thiem verkaufte sich gegen Djokovic teuer

30. März 2016, 01:25
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Achtelfinal-Niederlage in Miami nach hartem Kampf, die Effizienz bei Breakchancen fehlte

Miami – Dominic Thiem hat Novak Djokovic im zweiten Duell der beiden auf der ATP-Tour voll gefordert, aber trotzdem verloren. Österreichs Aushängeschild musste sich dem serbischen Weltranglistenersten am Dienstag im Achtelfinale des Masters-1000-Turniers in Miami nach hartem Kampf 3:6, 4:6 geschlagen geben. 2014 hatte Thiem in der dritten Schanghai-Runde ebenfalls mit 3:6, 4:6 verloren.

15 Breakchancen für Thiem

Thomas Muster (1996 gegen Pete Sampras) und Jürgen Melzer (2010 gegen Rafael Nadal) bleiben damit die einzigen Österreicher, die jemals gegen eine Nummer eins der Welt gewonnen haben. Thiem kassierte dabei die 24. Niederlage eines ÖTV-Spielers im 26. Anlauf. Enttäuscht musste der 22-Jährige aber nicht sein, präsentierte er sich doch von einer sehr guten Seite und verlangte Djokovic alles ab. 15 Breakchancen verdeutlichen Thiems starken Auftritt, verwerten konnte er aber nur eine, eine Sensation war so nicht möglich.

Djokovics Erfolgslauf 2016 ging mit dem 23. Sieg im 24. Spiel weiter. Seine einzige Niederlage hat er aufgrund einer Aufgabe wegen einer Augenentzündung in Dubai kassiert. Er bekommt es auf dem Weg zu seinem sechsten Miami-Titel im Viertelfinale mit dem Tschechen Tomáš Berdych zu tun. Die Nummer sieben des Turniers schaltete den Franzosen Richard Gasquet 6:4, 3:6, 7:5 aus.

Schnelles Break im ersten Satz

Djokovic legte mit einem Break zum 2:0 den Grundstein für den Gewinn des ersten Satzes. Thiem ließ sich aber nicht beirren und verlangte dem Serben in einer hochklassigen Partie wirklich alles ab. In den entscheidenden Momenten fehlte aber die nötige Effizienz. Bei 0:2 ließ der Niederösterreicher genauso zwei Breakbälle ungenützt wie beim Stand von 2:4.

Dominic Thiem giving the world No.1 the run-around! Watch the rest of the Miami Open live: tnn.is/Live

Posted by TennisTV.com on Dienstag, 29. März 2016
Eine Kostprobe.

Bei eigenem Aufschlag konnte Thiem in der Folge einen Satzball abwehren und auf 3:5 verkürzen. Mehr wäre durchaus noch möglich gewesen, im letzten Game des ersten Satzes ließ er aber gleich vier Breakmöglichkeiten aus. Der Verlauf des fast zehn Minuten dauernden Marathongames war aus Sicht des ÖTV-Spielers extrem bitter. Nach einem tollen Ballwechsel und vermeintlichen Winner Thiems zum Rebreak saßen die beiden Spieler bereits auf der Bank, als das Hawk Eye doch noch einen Fehler des Österreichers offenbarte. Die Zuschauer standen zu einem großen Teil hinter Thiem, quittierten die Entscheidung mit Buhrufen.

Rebreak im zweiten Satz

Nach 53 Minuten nützte Djokovic dann seinen zweiten Satzball. Verstecken musste sich Thiem für seine Leistung da aber keinesfalls, er hatte auch bei den Winnern (9:5) die Nase vorne und ihm unterliefen mit 16:18 weniger unerzwungene Fehler.

Der zweite Satz war dann über weite Strecken eine Kopie des ersten. Djokovic gelang neuerlich ein frühes Break, diesmal zum 2:1, Thiem ließ dagegen gleich darauf zwei Chancen auf das postwendende Rebreak aus. Djokovic stand in der Folge kurz vor dem 4:1, Thiem kämpfte sich nach Abwehr eines Breakballs aber noch einmal auf 2:3 zurück und nahm Djokovic gar erstmals den Aufschlag zum 3:3 ab. Anstatt davon beflügelt zu sein, wirkte der Österreicher etwas übermotiviert, geriet deshalb 3:5 in Rückstand.

15-minütiges Entscheidungsgame

Auf 4:5 kam er noch einmal heran, dann musste er sich nach einem fast 15 Minuten dauernden Entscheidungsgame aber dem Serben beugen. Dieser nützte erst seinen vierten Matchball nach 1:50 Stunden, Thiem hatte zuvor drei Breakchancen ausgelassen. Die Wende war also in der Luft gelegen. Thiem konnte erhobenen Hauptes den Platz verlassen, sein Ziel, "den Gegner ein bisschen zu ärgern und Erfahrung zu sammeln", hat er absolut erreicht. 2015 war Thiem, der ein Preisgeld von fast 68.000 Dollar mitnimmt, in Miami erst im Viertelfinale am Briten Andy Murray gescheitert. (APA, 30.3.2016)

3/6 4/6 gegen Novak Djokovic. Ich kann sowohl Positives, als auch Negatives aus der Partie heute mitnehmen. Es war eine ...

Posted by Dominic Thiem on Dienstag, 29. März 2016
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