Schwedens Steuerbehörde ist geneigt, Raoul Wallenberg für tot zu halten

29. März 2016, 17:02
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Entscheidung soll nach sechsmonatiger Bedenkfrist fallen

Stockholm – Der schwedische Diplomat Raoul Wallenberg ging als Retter ungarischer Juden während des Zweiten Weltkriegs in die Geschichte ein. Durch die Ausstellung von Schutzpässen bewahrte er tausende Juden vor der Deportation aus dem mit Hitler-Deutschland verbündeten Ungarn. Neben einer Vielzahl von Ehrungen nach dem Krieg wurde er deshalb 1966 zum Gerechten unter den Völkern erklärt.

Sein persönliches Schicksal konnte jedoch bis heute nicht eindeutig geklärt werden. 1945 wurde er von der sowjetischen Spionageabwehr verhaftet und nach Moskau gebracht. Laut offiziellen sowjetischen Quellen starb Wallenberg 1947 in Haft an den Folgen eines Herzinfarkts. Vor einigen Jahren tauchten allerdings Dokumente auf, nach denen es auch möglich gewesen sein kann, dass Wallenberg erst einige Jahre später starb.

Heuer würde Raoul Wallenberg 104 Jahre alt werden. Und nun ist offenbar auch die schwedische Steuerbehörde allmählich geneigt, ihn für tot zu erklären. Die schwedische Bank Skandinaviska Enskilda Banken hat als Wallenbergs Vermögensverwalter einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Behörde hat sich laut der Zeitung "Svenska Dagbladet" eine sechsmonatige Frist ausbedungen, um eine Entscheidung zu fällen. (red, 29. 3. 2016)

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