Was wirklich auf der anderen Seite des Ozeans liegt

5. April 2016, 11:54
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Erdkrümmung und Küstenverlauf sorgen für Überraschungen: Ein Kartograf hat einige verblüffende Weltkarten erstellt

Karten dienen eigentlich dazu, die Wirklichkeit abzubilden. Aber sie schaffen in unseren Köpfen auch eine, die in ihrer Zweidimensionalität nicht der tatsächlichen Geografie, also der Krümmung der Erdoberfläche entspricht. Eine Auswirkung dessen dürften die meisten von längeren Flugreisen kennen, wenn sie auf den Mini-Bildschirmen die Flugroute mitverfolgt und im ersten Moment gestutzt haben, warum das Flugzeug denn einen "Umweg" anstatt die vermeintlich kürzeste Strecke von A nach B fliegt.

Der Effekt kommt auch zum Tragen, wenn man sich an eine Küste stellt und aufs Meer hinausblickt. Was man auf der anderen Seite anträfe, würde man in Blickrichtung dorthin aufbrechen, ist keineswegs immer das, was man von seinem Atlas-Wissen her erwarten würde.

Geografische Überraschungen

Die Erdkrümmung und der unregelmäßige Küstenverlauf bewirken zusammen, dass beispielsweise New Yorker über den Atlantik hinweg nicht die westlichen Ausläufer Europas erreichen würden ... sondern Brasilien. Und auf der anderen Seite des Kontinents hätten die Bewohner San Franciscos nicht etwa eine Route auf das nördliche Ostasien im Auge, sondern auf ... Australien. Und es gibt sogar eine Direktverbindung zwischen Australien und Europa.

Der Kartograf Andy Woodruff hat für seinen Blog Weltkarten erstellt, in denen die tatsächlichen Blickverläufe eingetragen sind – diverse Überraschungen inklusive. Mitten auf dem Festland eingesperrt, wie wir hier in Österreich nun einmal sind, haben wir zwar leider nicht so oft die Gelegenheit, an der Küste zu stehen. Aber die nächste Urlaubssaison ist ja nicht mehr weit!

--> Andy Woodruff: "Beyond the sea"

(red, 5.4.2016)

  • Is it Japan? Is it Siberia? No, it is Australia!
    foto: ap/dan coyro/santa cruz sentinel

    Is it Japan? Is it Siberia? No, it is Australia!

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