Bienen-Alarm ist augeklügelter als gedacht

3. April 2016, 13:25
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US-Forscher beobachten komplexeste Art der Gefahren-Kommunikation, die je bei einem Insekt gefunden wurde

San Diego – Werden Bienen bedroht, setzen sie ein erstaunlich ausgeklügeltes System ein, um ihre Artgenossen vor Gefahren zu warnen. Frequenz, Tonhöhe und Dauer ihrer Vibrations-Signale vermitteln nicht nur das Ausmaß sondern auch den Kontext der Bedrohung.

Wissenschafter der University of California in San Diego (UC San Diego) haben gemeinsam mit chinesischen Biologen herausgefunden, dass eine asiatische Honigbienenart ein erstaunlich differenziertes Warnsystem benutzt, um Gefahren zu kommunizieren.

Die Alarmsignale bestehen aus kurzen Vibrationsimpulsen, welche eine Biene durch Kopfstöße an Artgenossen weitergibt, wie die UC San Diego mitteilte. "Überraschenderweise kodiert dieses Signal das Ausmaß der Gefahr in der Vibrationsfrequenz und der Tonhöhe, und den Gefahrenkontext in der Dauer jedes Pulses", ließ sich Studienautor James Nieh von der UC San Diego zitieren.

In ihren Experimenten konfrontierten die Wissenschafter die asiatische Honigbiene Apis cerana mit zwei ihrer natürlichen Feinde, der größten Hornissenart der Welt, Vespa mandarinia, und einer etwas kleineren Wespenart, Vespa velutina.

Größe der Angreifer beeinflusst Warnsignale

Nicht nur reagierten die Bienen nach Angriffen der größeren Hornisse mit mehr Warnsignalen, die Tonhöhe der Vibrationen nahm auch mit der Größe des Angreifers zu. Diese hohen Warnimpulse waren effektiver darin, die Artgenossen bei den typischen Schwänzeltänzen zu unterbrechen, mit denen sie Nahrungsquellen kommunizieren.

Wächterinnen und Futtersucherinnen, die am Nesteingang angegriffen wurden, benutzten länger andauernde Vibrationsimpulse, um ihre Artgenossen vom Verlassen des Bienenstocks abzuhalten.

Das sei die komplexeste Art der Gefahrenkommunikation, die je bei einem Insekt gefunden wurde, so Nieh. Bisher waren solche Warnsysteme nur bei Wirbeltieren wie Vögeln und Primaten beschrieben worden. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschafter im Fachjournal "PLOS Biology". (APA, red, 3. 4.2019)

  • Bienen können detaillierte Informationen über die Art der Bedrohung weitergeben.
    foto: ap photo/andy duback

    Bienen können detaillierte Informationen über die Art der Bedrohung weitergeben.

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