Flüchtlinge: Italien fürchtet Rekordzahl für 2016

29. März 2016, 15:06
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Rund 14.500 Migranten kamen seit Jahresbeginn über das Mittelmeer

Rom – Nach der Schließung der Balkanroute fürchtet Italien einen neuerlichen Anstieg der Flüchtlingsankünfte aus Libyen über das Mittelmeer. "2016 wird für Italien ein neues Rekordjahr werden, was Migrantenankünfte betrifft", gab sich der Bürgermeister der sizilianischen Hafenstadt Pozzallo am Dienstag gegenüber der Tageszeitung "Corriere della Sera" besorgt.

"Allein in Pozzallo sind seit Anfang 2016 7.000 Migranten eingetroffen. Nach der Grenzschließung der Balkanroute werden die Syrer wie 2014 wieder massiv versuchen, über Italien nach Europa einzureisen", glaubt der Bürgermeister. Am Dienstag rettete die Küstenwache insgesamt 730 Flüchtlinge vor der libyschen Küste, die nach Pozzallo gebracht wurden. In Pozzallo befindet sich eines der als "Hotspot" bekannten Erstregistrierungszentren der EU.

Insgesamt erreichten zwischen 1. Jänner und 24. März insgesamt 14.493 Migranten über das Mittelmeer Italien, wie das Innenministerium in Rom bekannt gab. Das sind 43 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2015, allerdings weniger als im letzten Quartal 2015 als laut UNHCR-Angaben 21.771 Menschen kamen.

Derzeit versorgt Italien nach Angaben des Innenministeriums fast 110.000 Flüchtlinge. Hatten 2014 insgesamt noch 170.000 das Mittelmeer überquert, sank diese Zahl 2015 – auch aufgrund der Verlagerung in Richtung Balkanroute – auf 153.842. Die Italienischen Behörden fürchten aber nicht nur eine erneute Zunahme der Ankünfte über das Mittelmeer; auch der Weg über die Adria zwischen Albanien und der süditalienischen Region Apulien gilt als mögliche Ausweichroute. (APA, 29.3.2016)

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