Betongold als Anlageform erstmals auf Platz eins

29. März 2016, 14:25
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Das Sparbuch verliert an Bedeutung, Aktien werden beliebter. Immobilien sind laut Bankbarometer aber am beliebtesten

Wien – Das Niedrigzinsumfelds zeitigt Folgen: Das Sparbuch verliert als Anlageform immer mehr an Bedeutung. Immobilien schafften es dagegen zum ersten Mal auf Platz eins, gefolgt von Aktien und dem Sparbuch. Dahinter folgen Investmentsfonds, Anleihen und Bargeld, so das Ergebnis des "Bankbarometer 2016", einer internetbasierten Befragung von emotion banking unter 106 heimischen Top-Bankern vom Februar.

Zwar gehen die befragten Banker mehrheitlich auch künftig von einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage aus, verglichen mit der Einschätzung der vergangenen zwölf Monate sehen sie die Zukunft aber etwas rosiger. Das Feld der Optimisten vergrößerte sich von 6,7 auf 23,8 Prozent, jenes der Pessimisten verkleinerte sich von 40,9 auf 30,5 Prozent.

Kritische Ertragslage

Die Ertragssituation der Banken wird aber weiterhin als sehr kritisch beurteilt. Hier stehen 6,7 Prozent Optimisten 67,4 Prozent Pessimisten gegenüber. Optimistischer wird es, wenn es um das eigene Institut geht, da erwarten sich immerhin 49 Prozent eine Steigerung des Geschäftsvolumens, 38,6 Prozent ein besseres Provisionsergebnis und 33,3 Prozent eine Steigerung der Bilanzsumme. "Den Banken geht allmählich die Luft aus", kommentiert emotion banking-Geschäftsführerin und Studienherausgeberin Barbara Aigner diese Entwicklung in einer Aussendung am Dienstag.

Die Intensität des Wettbewerbes nimmt zu. Vor allem Fintechs, beispielsweise sind das Online-Bezahldienste, bereiten den eingesessenen Bankern zunehmend Sorge bezogen auf ihr traditionelles Bankgeschäft. 90 Prozent der befragten Banker erwarten sich heuer von den digitalen Angreifern spürbare Marktgewinne – das sind um 52 Prozent mehr. Auch internationale Mitbewerber und Direktbanken werden deutlicher wahrgenommen als in den Vorjahren. Finanzvertriebe und Versicherungen verlieren im Gegensatz dazu erneut an Bedeutung.

Keine neuen Bankkunden

Die Banker rechnen damit, dass der Trend zur Digitalisierung des Vertriebes anhalten wird. 57 Prozent erwarten spürbar weniger Frequenz in den Filialen, 87 Prozent eine Zunahme des Mobile Banking, 55 Prozent eine Zunahme der Kommunikation über digitale Kanäle.

Mit neuen Bankkunden wird kaum gerechnet. Kundenstand, Kreditnachfrage und Kreditvolumen stagnieren, Baufinanzierungen werden als wichtigste Wachstumschance gesehen. Auch Private Banking, Anlagen und Digital Banking gewinnen laut Umfrage an Bedeutung. Als größte Risiken für das Bankengeschäft werden unverändert Zinspolitik, Regularien und der Konkurrenzdruck gesehen. (APA, 29.3.2016)

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