ÖFB kämpft gegen Registrierkassenpflicht für Amateurvereine

29. März 2016, 11:49
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ÖFB-Präsident Leo Windtner befüchtet negative Folgen für den Breitensport in Österreich

Wien – Die ab 1. Mai geltende Registrierkassenpflicht bereitet dem Österreichischen Fußballbund (ÖFB) Kopfzerbrechen. Die zusätzlichen Kosten und der Verwaltungsaufwand könnte viele Amateurvereine überfordern, sagte ÖFB-Präsident Leo Windtner.

"Die Klubs sind davon teils massiv betroffen. Es ist eine weitere zusätzliche Last für die Funktionäre", sagte Windtner. Er befürchtet, dass einige Vereine wegen dieser Regelung zusperren müssen, weil sie keine Mitarbeiter mehr aufstellen können. "Die Gefahr, dass ehrenamtliche Funktionäre davonlaufen und keiner mehr bereit ist, ein Ehrenamt zu übernehmen, ist schlagend geworden."

Eine Registrierkasse für jede Sportplatz-Kantine

Laut Windtner drohen durch die Registrierkassenpflicht negative Auswirkungen, die weit über den Fußball hinausgehen. "Dem Gesetzgeber muss bewusst sein, dass er damit einen Teil unserer Gesellschaftskultur gefährdet, auch die gesamte Breitensportentwicklung." Deshalb habe der ÖFB auch schon die Bundessportorganisation (BSO) eingeschaltet.

Das neue Gesetz hat zur Folge, dass Vereine bis in die unterste Liga pro Kantine eine Registrierkasse um mehrere hundert Euro anschaffen müssen. Außerdem sind Schulungen im Umgang mit dem Gerät für das oft wechselnde Personal notwendig. Und bei missbräuchlicher Verwendung – die nach Windtners Meinung im Amateurklubbereich auch unwissentlich passieren kann – haften im Endeffekt die Funktionäre.

Windtner: Grenze von 7.500 Euro Umsatz zu niedrig

Betroffen sind praktisch alle Vereine, denn als maßgebliche Höhe des Barumsatzes wurde ein relativ geringer Betrag von 7.500 Euro pro Jahr festgelegt. "Diese Grenze ist zu niedrig angesetzt", kritisierte Windtner. "Ehrenamtliche Funktionäre fühlen sich immer mehr unter Druck gesetzt und mit einem Bein im Kriminal. Die Bürokratie wird in den Vereinssport hineingepresst."

Sollten zahlreiche freiwillige Mitarbeiter ihre Tätigkeit einstellen, hätte das äußerst negative Konsequenzen, warnte Windtner. "Die öffentliche Hand wird niemals so viel Geld in die Hand nehmen können, dass die ehrenamtliche Arbeit ersetzt werden kann. Man muss den Ehrenamtlichen ein Animo geben, um idealistisch wirken zu können, und ihnen nicht Prügel vor die Füße werfen."

Hoffnung auf Entgegenkommen des Finanzministers

Der ÖFB-Präsident hofft nun auf die Fürsprache von Sportminister Hans Peter Doskozil (SPÖ). "Er ist für uns so etwas wie ein Anwalt des Sports und hat sich als sehr praxisnah präsentiert. Unser Emissär ist Hans Peter Doskozil, unser Adressat Hans Jörg Schelling", sagte Windtner. Ein Termin von Sportvertretern beim Finanzminister sei aber zumindest derzeit nicht vorgesehen. Dennoch hofft Windtner auf ein Entgegenkommen Schellings: "Bei gutem Willen und entsprechenden Argumenten ist immer eine Chance da." (APA, 29.3.2016)

  • Leo Windtner klagt über zu viel Bürokratie für Sportplatz-Kantinen.
    foto: apa/neubauer

    Leo Windtner klagt über zu viel Bürokratie für Sportplatz-Kantinen.

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