Mehr als 200 Festnahmen seit Lahore-Anschlag

29. März 2016, 15:49
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Bei dem Anschlag am Ostersamstag starben in Pakistan mehr als 70 Menschen

Islamabad – Seit dem Selbstmordanschlag in der pakistanischen Metropole Lahore am Ostersonntag haben die Sicherheitskräfte des Landes mehr als 5000 mutmaßliche Extremisten festgenommen. Bis auf 216 Verdächtige seien sie jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt worden, teilte der Staatsminister für die Provinz Punjab, Rana Sanaullah, am Dienstag mit. An den Razzien seien Angehörige der Polizei, von Anti-Terror-Einheiten und der Geheimdienste beteiligt gewesen. Künftig würden auch Armee und paramilitärische Einheiten eingesetzt.

Bei dem schwersten Anschlag in Pakistan seit mehr als einem Jahr tötete eine Splittergruppe der radikalislamischen Taliban mindestens 70 Menschen, darunter 29 Kinder. Der Selbstmordangriff galt Christen, die auf einem Spielplatz in einem Park in Lahore Ostern feierten.

Islamabad stellt Handynetze aus Sorge vor religiösem Mob ab

In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad wurden zudem am zweiten Tag in Folge sämtliche Mobiltelefonnetze abgeschaltet. Eine offizielle Stellungnahme gab es dazu nicht. Es wird angenommen, dass die Maßnahme mit der Präsenz von rund 2.000 radikalen, religiösen Demonstranten vor dem Parlament zu tun hat. Diese hatten sich dort am Sonntag festgesetzt.

Mit der Abschaltung der Netze soll verhindert werden, dass Mob-Aktivitäten organisiert werden. Außerdem werden so per Handy zündbare Sprengsätze außer Kraft gesetzt.

Seit Sonntag demonstrierten tausende religiöse Radikale in Islamabad gegen die Hinrichtung eines Extremisten vor einem Monat. Mumtaz Qadri hatte 2011 den liberalen Gouverneur der Provinz Punjab, Salman Taseer, ermordet, nachdem dieser die strengen Blasphemiegesetze des Landes kritisiert hatte. Für den Mord war Qadri von hunderttausenden Pakistanern wie ein Held gefeiert worden. (APA, 29.3.2016)

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