Oculus Rift überzeugt Tester: Atemberaubend, teuer und erst der Anfang

29. März 2016, 11:13
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Das Virtual-Reality-Headset macht laut Testern sehr vieles richtig, es sei aber noch viel mehr möglich

Nach einigen Jahren der unerfüllten Versprechen ist es 2016 nun soweit: Die ersten massentauglichen Virtual-Reality-Headsets für PC und Konsole kommen auf den Markt. Den Start machte Anfang dieser Woche das Headset Oculus Rift von Facebook-Tochter Oculus VR. Und darf man den Testberichten der Fachmedien Glauben schenken, scheint VR nun endlich angekommen zu sein, wenngleich zu Beginn noch viel Potenzial unausgeschöpft bleibt.

"Aus Sicht der Hardware überzeugt Oculus Rift", schreibt die Seite Eurogamer. "Die Bildqualität spielt ganz vorne mit, Bildverzögerung durch Kopfbewegungen stellen kein Problem dar und die integrierten Kopfhörer sind weit besser als ich zunächst dachte. Das Headset ist gut designt, die Verarbeitungsqualität stimmt und die Immersion ist atemberaubend."

Einfach zu nutzen

Besonders herausgestrichen wird dabei die unkomplizierte Nutzung. Die Entwickler hätten ein virtuelles Interface erschaffen, das sich bis auf vereinzelte Ausnahmen durchwegs in VR bedienen lasse und intuitiv sei. Sofern der PC die Minimalanforderungen erfülle, handele es sich um ein fast konsolenartiges Erlebnis.

"Wäre Rift unkomfortabler zu tragen oder weniger leistungsstark bei der Darstellung von Bildern mit niedriger Latenz, dann würde ich mich nicht wohl dabei fühlen, es weiterzuempfehlen", schreibt die Seite Gamespot. "Würde es sich nicht so leicht aufsetzen und konfigurieren lassen, würde ich es mir zweimal überlegen, bevor ich behaupte, es sei marktreif. Aber diese Bedenken waren schnell verflogen. Ich hatte Rift innerhalb von Minuten installiert. Ich habe ein Spiel nach dem anderen gespielt, die meine Augen für die Möglichkeiten von VR geöffnet haben und Headsets wie Rift machen dies möglich."

Breites Angebot

Eurogamer betont, dass das Software-Angebot von (weniger immersiven) 360-Grad-Filmen bis hin zu den VR-Spielen überzeuge. Das Line-up von 30 Games zum Start überzeuge in Summe. "Man hat das Gefühl, dass VR mehr als nur Spiele revolutionieren wird – und die Menge an kostenlosen Angeboten im Oculus Store geben einen guten Vorgeschmack darauf."

Besonders eindrucksvoll seien jedoch interaktive Erlebnisse. "Wenn man ein Spiel auf einem Monitor spielt, ist die echte Welt auf Augenhöhe. Wenn das wegfällt und die (reale) Umgebung mit der Spielwelt gefüllt wird, ist es eine wirklich mächtige Erfahrung, die traditionelle Gaming-Plattformen einfach nicht bieten können", zeigt sich auch Gamespot überzeugt.

grafik: zsolt wilhelm
Tabelle: VR-Systeme für PC und Konsole im Vergleich.

Teuer und mehr möglich

Die Tester der Seite The Verge zeigen sich nicht restlos überzeugt. Kritik gibt es einerseits für den hohen Anschaffungspreis von Oculus Rift und den benötigten, leistungsstarken PC sowie für die zum Start fast ausschließlich auf im Sitzen ausgerichteten VR-Erlebnisse, die mit dem mitgelieferten Xbox-Controller bedient werden.

"Es ist unmöglich, nicht an die Erlebnisse zu denken, die ich mit dem (zu einem späteren Zeitpunkt kommenden Motion-Controller) Oculus Touch ausprobieren konnte, und dabei das Gefühl habe, dass die besten Tage der Rift erst noch folgen werden", so Verge. "Die hohen Kosten für die Anschaffung und die Nutzung des VR-Headsets machen es für viele Leute unzugänglich. Mit diesen Limitierungen ist die Rift dennoch ein starkes Vorzeigeprodukt für gesetzte VR-Erlebnisse und es setzt ein solides Fundament für das, was noch kommen wird. Das Headset, das Sie heute kaufen können, ist nicht Oculus' ambitionierteste Vision von VR – aber eine Vision, die Oculus erfolgreich wahr werden lässt." (zw, 29.3.2016)

  • Das Headset Oculus Rift ist leicht und sitzt bequem.
    foto: reuters/noah berger

    Das Headset Oculus Rift ist leicht und sitzt bequem.

  • Der Lieferumfang von Oculus Rift.
    foto: oculus vr

    Der Lieferumfang von Oculus Rift.

  • Artikelbild
    foto: oculus vr
  • Die Bewegungscontroller Oculus Touch sollen erst in einigen Monaten folgen und Spielern dann virtuelle Hände verleihen.
    foto: oculus

    Die Bewegungscontroller Oculus Touch sollen erst in einigen Monaten folgen und Spielern dann virtuelle Hände verleihen.

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