Immer mehr Jobs wackeln wegen Firmenpleiten

29. März 2016, 09:09
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Laut Kreditschutzverband waren im ersten Quartal 6.200 Arbeitsplätze wegen Insolvenzen gefährdet. Vor einem Jahr waren es nur 4.500

Wien – Im ersten Quartal hat es dem Gläubigerschutzverband KSV 1870 zufolge mehr Firmeninsolvenzen gegeben als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Hochgerechnet gab es 1.356 Insolvenzen (plus sieben Prozent), wovon 850 eröffnet wurden (plus zwölf Prozent). Eklatant ist der Anstieg der betroffenen Dienstnehmer um fast 38 Prozent von 4.500 auf 6.200.

KSV-Insolvenzexperte Hans Georg Kantner sagt über die gefährdeten Dienstnehmer, dass der Anstieg ihrer Zahl "ganz und gar nicht erfreulich ist. Besonders in Zeiten steigender Arbeitslosigkeit ist zu hoffen, dass zumindest ein Teil der betroffenen Jobs erhalten werden kann."

KSV: Rückgang der Pleiten nicht zu erwarten

Erfreulich nennt Kannter hingegen auf die Firmen bezogen, "dass sich die nicht eröffneten Insolvenzverfahren, die zuletzt stark zurückgingen, weiter auf eher niedrigem Niveau halten". Die Eröffnung einer Insolvenz beende schließlich oft "ein jahrelanges Siechtum und bietet die Chance zur Sanierung".

Verzerrt ist heuer nach drei Monaten die Summe der geschätzten Insolvenzverbindlichkeiten. Diese ist von knapp 320 Millionen 2015 auf 1,2 Milliarden Euro explodiert. "Das ist der Pleite zweier reiner Holdinggesellschaften geschuldet", sagt Kantner. Hier geht es um die Firmen Activ Solar (500 Millionen) und Slav Handel (113 Millionen) mit Verbindlichkeiten in der Ukraine. Ein Rückgang der Pleiten ist laut KSV mittelfristig nicht zu erwarten. (APA, 29.3.2016)

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