VW-Aktionären droht Null-Cent-Runde

29. März 2016, 06:29
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Die VW-Aktionäre müssen eine Durststrecke befürchten, in den USA verläuft der Start des E-Golfs stotternd

Wolfsburg – Die VW-Aktionäre müssen angesichts drohender Milliardenstrafen im Abgasskandal einen Totalausfall bei der Dividende fürchten. Es stehe noch nichts endgültig fest, "aber es gibt keinen Hinweis, dass es auch nur Hoffnung auf einen Cent gibt", sagte ein Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Presse-Agentur. Analysten hatten zuletzt im Schnitt noch mit knapp 1,50 Euro pro Aktie gerechnet.

Ein VW-Konzernsprecher sagte auf Anfrage lediglich: "Wir werden uns am 28. April im Rahmen unserer Bilanzpressekonferenz zu Details unserer Geschäftszahlen äußern."

Für 2014 zahlte der Konzern für jede VW-Stammaktie 4,80 Euro, für jede Vorzugsaktie 4,86 Euro als Dividende. Insgesamt schüttete der Autobauer zuletzt rund 2,3 Milliarden Euro seines Gewinns an die Aktionäre aus. Größter Anteilseigner ist die Porsche SE, die von den Familien Porsche und Piëch kontrolliert wird. Auch das Land Niedersachsen und der Staatsfonds des Emirats Katar halten große Aktienpakete.

E-Golf-Rückruf in den USA

Volkswagens Elektro-Offensive in den USA beginnt mit einem Stotterstart: Der deutsche Autohersteller ruft seine E-Golfs wegen der Gefahr von Stromausfällen in die Werkstätten. Das teilte die US-Verkehrsaufsicht NHTSA am Montag mit.

Es sind zwar nur 5.561 Wagen vom Rückruf betroffen. Doch es handelt sich damit um alle bisher in den Vereinigten Staaten verkauften Fahrzeuge des 2015 auf dem US-Markt eingeführten Modells, wie ein VW-Sprecher auf Nachfrage bestätigte.

Das Problem liege in einem Überlastungsschutz, der zu schnell anspringe und zum plötzlichen Ausfall des Elektromotors führen könne. Der mögliche Defekt betreffe wegen des unterschiedlichen Stromsystems jedoch nur die USA, so der Sprecher. Ein Update der Batteriesoftware soll nun Abhilfe schaffen.

Der größte Autobauer Europas steckt wegen des Skandals um manipulierte Abgaswerte bei Millionen von Dieseln in einer schweren Krise. Künftig will der Konzern verstärkt auf Elektroautos setzen.

Zuletzt stellte VW den sogenannten Budd-e als Konzeptauto vor – einen batteriebetriebenen Nachfahren des legendären Transporters Bulli. Das soll der Auftakt einer großen E-Offensive sein. "Viele weitere Modelle werden folgen", hatte VW-Markenchef Herbert Diess angekündigt. (APA, 29.3.2016)

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    foto: apa/afp/josh edelson
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