Ein-Euro-Jobs: Integrationsarbeit

Kommentar28. März 2016, 18:07
61 Postings

Im Vordergrund stehen muss die Beschleunigung der Asylverfahren, um Flüchtlinge in den regulären Arbeitsmarkt zu integrieren

Erst einmal Nein sagen, ist in Österreich ein gängiger Mechanismus. Nachdenken und abwägen kann man immer noch. Oder gar nicht. Kaum hatte der Integrationsexperte und Vizerektor der Universität Wien, Heinz Fassmann, im Ö1-Mittagsjournal gemäß deutschem Vorbild auch "Ein-Euro-Jobs" für Flüchtlinge im Asylverfahren hierzulande vorgeschlagen, kam die klare Absage von Gewerkschaftsboss Erich Foglar. Zur Integration brauche es mehr als "neoliberale Lohndumping-Vorschläge".

Auch in Deutschland erntete der Plan von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) Kritik. Doch diese war und ist zumindest differenziert. Opposition und Gewerkschaften zeigten sich nicht begeistert davon. Doch immerhin fielen Worte wie "Not-" oder "Übergangslösung". Und das sollen und können derartige Jobs auch nur sein. Statt abgeschieden in meist tristen Unterkünften auf Asylbescheide zu warten, könnten Flüchtlinge bei gemeinnützigen Arbeiten nicht nur Menschen ihres potenziellen neuen Heimatlandes kennenlernen, sondern auch erste Sprach- oder Kulturkenntnisse sammeln. Unterricht in der Praxis gewissermaßen, der Brücken bauen helfen könnte.

Die Jobs müssten zeitlich limitiert sein und sollten sich auf Gemeinwohlarbeit konzentrieren. Für eine erfolgreiche Integration weiter im Vordergrund stehen muss die Beschleunigung der Asylverfahren, um Flüchtlinge baldmöglichst in den regulären Arbeitsmarkt zu integrieren. (Karin Tzschentke, 29.3.2016)

Share if you care.