Dutzende protestierten auf Lesbos gegen Internierung

28. März 2016, 19:35
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US-Vizeaußenministerin Higginbottom zu Besuch auf der griechischen Insel

Mytilini/Lesbos – Auf der griechischen Insel Lesbos haben am Montag dutzende Flüchtlinge gegen ihre Internierung im Registrierungslager Moria protestiert. Während eines Besuchs von US-Vizeaußenministerin Heather Higginbottom forderten sie lautstark "Freiheit!" und riefen, "wo bleiben die Menschenrechte?" Die Flüchtlinge dürfen das Registrierungslager seit dem 20. März nicht mehr verlassen. Higginbottom sagte 20 Millionen Dollar (gut 18 Millionen Euro) für die Flüchtlingshilfe in Europa zu. Das Geld soll demnach vor allem dem UNO-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) zugutekommen.

Die Änderungen im Umgang mit den Flüchtlingen wurden von mehreren Hilfsorganisationen scharf kritisiert. In Moria würden Menschen eingesperrt, die "keinerlei Verbrechen begangen" hätten, kritisierte der Griechenland-Beauftragte der Organisation Oxfam, Giovanni Riccardi Candiani.

Flüchtlinge würden mit stark eingeschränkter Bewegungsfreiheit festgehalten, um von dort "zwangsweise" in die Türkei zurückgebracht zu werden. Moria sei zu einem "geschlossenen Abschiebezentrum" geworden. Zuvor hatten bereits das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) und die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen erklärt, ihre Arbeit in Moria einzustellen.

Hotspots Teil von EU-Türkei-Abkommen

Die griechischen Behörden gaben die Zahl der Flüchtlinge auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Rhodos und Kastellorizo am Montag mit 4.289 an, davon knapp die Hälfte (2.068) auf Lesbos. "Die Menschen haben inzwischen verstanden, dass sie festgehalten werden", sagte Ilektra Koutsoumani von der Organisation Ärzte der Welt. Diese Organisation setzt ihre Tätigkeit für die Flüchtlinge auch in Moria fort.

Eine Vereinbarung zwischen der EU und der Türkei sieht vor, dass die Türkei irregulär nach Griechenland gelangte Schutzsuchende zurücknimmt. Im Gegenzug nimmt die EU syrische Flüchtlinge auf, die bereits in der Türkei sind. Zu dem Abkommen gehört die Prüfung von Asylanträgen in den Registrierungslagern, sogenannten Hotspots, in Griechenland. Dafür will die EU zahlreiche zusätzliche Polizisten und Antragsprüfer bereitstellen. (APA, AFP, 28.3.2016)

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