Mazedonische Grenze bleibt bis Jahresende dicht

28. März 2016, 17:32
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Parlament verlängert Notstand – Kurzfristige Tumulte in Idomeni

Am Montag hatte sich die Lage im griechischen Idomeni nahe der mazedonischen Grenze wieder beruhigt. Weiterhin warteten etwa 12.000 Flüchtlinge in dem Zeltlager auf die Weiterreise. Einen Tag zuvor kam es noch zu Tumulten, als hunderte Flüchtlinge in Richtung Grenze drängten. Grund dafür waren Gerüchte, dass eine Grenzöffnung kurz bevorstehe. Doch wie schon Ende März, als Ähnliches durch eine Flugblattaktion initiiert worden war, war beim Grenzzaun Endstation. Dort warteten bereits Einheiten der griechischen Bereitschaftspolizei, die die Flüchtlinge wieder ins Lager brachten.

Manchen, vor allem aufgebrachten jungen Männern, musste dazu etwas länger gut zugeredet werden. Andere hielten schon vorab weiße Tücher in der Hand, um ihr friedliches Ansinnen zu unterstreichen und Zusammenstöße zu vermeiden. Die Polizei informierte zudem über Lautsprecher auf Arabisch und Farsi, dass die Gerüchte nicht stimmen, damit sich nicht noch mehr Flüchtlinge auf den Weg machen.

Stimmung "explosiv"

Sowohl in diesem Fall als auch schon Mitte März war unklar, wer die Gerüchte gestreut hat. Gesichert ist durch NGOs aber, dass die hygienischen Zustände im Zeltlager katastrophal und die Stimmung unter den Flüchtlingen deshalb und auch aufgrund der Warterei "explosiv" sei. Seit einigen Tagen hält Athen Busse vor Ort bereit, um sie kostenlos von Idomeni in bessere Camps ins Landesinnere zu bringen. Doch nur wenige Flüchtlinge machen davon Gebrauch, weil sie weiterhin auf eine Grenzöffnung hoffen.

Am Montag verlängerte das mazedonische Parlament aber die Ausrufung des Notstands von August 2015, die den Einsatz des Militärs an den Landesgrenzen rechtfertigt. Mazedonischen Medien zufolge soll die Grenze damit mindestens bis zum Jahresende geschlossen bleiben.

Von Sonntag auf Montag haben 232 Flüchtlinge von der türkischen Küste auf die griechischen Inseln übergesetzt. Im Vergleich zu den Tagen davor hat sich der Zustrom damit wieder leicht erhöht. Insgesamt ist aber ein starker Rückgang zu verzeichnen. Noch im Februar setzten pro Tag durchschnittlich 2100 Menschen über. (APA, ksh, 28.3.2016)

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