Kurden griffen türkische Anti-Terror-Demo in Aschaffenburg an

28. März 2016, 11:02
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Polizei nahm nach Randalen 36 Kurden vorübergehend fest

Aschaffenburg – Am Ostersonntag haben Kurden in Aschaffenburg eine von Türken organisierte Demonstration angegriffen, die sich gegen den "Terror" der kurdischen PKK und der Jihadistenmiliz IS richtete. Die Polizei nahm nach Angaben vom Montag insgesamt 36 Kurden vorläufig fest, die sich in einem Haus verschanzt und Beamte mit Böllern und Steinen angegriffen hatten.

Gegen die Kurden im Alter von zwischen 15 und 40 Jahren werde nun unter anderem wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs und versuchter gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Die Demonstration der Türken unter dem Motto "Gemeinsam gegen den Terror – Demo gegen PKK und ISIS" mit 600 Beteiligten war am Sonntagnachmittag von etwa 30 Kurden mit Böller- und Steinwürfen angegriffen worden. Nachdem die Polizei einschritt, flüchteten die Angreifer den Angaben zufolge in ein Haus und bewarfen die Beamten vom Dach aus mit Steinen und Feuerwerkskörper.

Nachdem die Polizei dann am späteren Nachmittag mit starken Kräften und Hunden in das Haus eindrang, ließen sich dort insgesamt 36 Menschen ohne Widerstand vorläufig festnehmen. Die Polizei war bis nach Mitternacht auf der Straße, um ein Zusammentreffen zwischen türkischen und kurdischen Gruppen zu verhindern, wie ein Sprecher mitteilte.

Innenminister Herrmann: "unerträglich"

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat sich empört über die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden in Aschaffenburg gezeigt. "Wir wollen nicht, dass der türkisch-kurdische Konflikt auf deutschem Boden ausgetragen wird", erklärte Herrmann am Montag in München. "Das ist einfach unerträglich und eine Zumutung für unser Land."

Herrmann wertete die Ereignisse am Rande einer Demonstration in Aschaffenburg auch als Bestätigung für die ablehnende Haltung der CSU gegenüber Visa-Erleichterungen für Bürger der Türkei. "Wir müssen schon genau hinschauen, wen wir da in unser Land lassen, wenn wir über Visaerleichterungen für die Türkei sprechen", mahnte der Minister. "Alle Türken inklusive Kurden nach Deutschland frei einreisen zu lassen, ist keinesfalls vertretbar."

"Respektlosigkeit gegenüber dem Staat"

Die EU hatte kürzlich ein Abkommen mit der Türkei über die Rücknahme von Flüchtlingen abgeschlossen; dabei stellte sie der Türkei Erleichterungen bei der Visumspflicht für türkische Bürger in Aussicht. Die CSU lehnt dies ab.

Innenminister Herrmann verurteilte die in Aschaffenburg von kurdischen Gegendemonstranten ausgehenden Gewalttätigkeiten scharf. Dass sich die Gewalt auch gegen Polizeibeamte richtete, bezeichnete Herrmann als Ausdruck der völligen Respektlosigkeit gegenüber dem Staat. "Das dürfen wir keinesfalls tolerieren", betonte er. (APA, AFP, 28.3.2016)

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