Auersperg schreibt auf der Themse Geschichte

27. März 2016, 17:37
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Linzer gewinnt mit dem Achter aus Cambridge als erster Österreicher das legendäre Ruderrennen gegen Oxford

London – Clemens Auersperg hat am Ostersonntag als erster Österreicher mit dem Achter der Uni Cambridge das prestigeträchtige Ruderrennen auf der Themse gewonnen. Die "Hellblauen" mit dem 24-jährigen Linzer am vierten Riemen triumphierten im 162. Boat Race nach den vier Meilen und 374 Yards (6779 Meter) von Putney flussaufwärts nach Mortlake mit rund zweieinhalb Bootslängen Vorsprung auf den Achter aus Oxford, der das Rennen zuletzt dreimal en suite für sich entscheiden konnte.

Den Münzwurf vor dem Rennen hat das Boot aus Cambridge für sich entschieden und sich damit den günstigeren Startplatz gesichert. Gleich zu Beginn setzte sich der leichte Favorit aus Cambridge vor über 300.000 Zuschauern an die Spitze, drängte den Konkurrenten in der Folge auf eine leicht ungünstigere Position nach außen, kassierte dafür zwar eine Ermahnung, verschaffte sich aber so optimale Voraussetzungen für ein erfolgreiches Rennen. Die "Dunkelblauen" mussten bei teils sehr schwierigen Verhältnissen mit böigem Wind und Wellen Auersperg und seine Kollegen ziehen lassen. Das Boot aus Cambridge vergrößerte den Vorsprung kontinuierlich und querte nach 18:39 Minuten die gedachte Ziellinie.

Der Sieg beim ersten Rennen 1829 ging an Oxford, seit 1930 hat Cambridge die Nase vorn. Mittlerweile steht es bei einem toten Rennen 82 zu 79 für Cambridge.

Auerspergs langjähriger Freund vom Ruderverein Wiking Linz, Alexander Leichter, nahm 2015 als erster Österreicher am "Boat Race" teil, er war sogar Kapitän der Hellblauen und damit einer der Verlierer. Damals stand Auersperg im Reserveaufgebot.

"Mir fehlen dir Worte. Ich bin so stolz auf die Burschen, sie haben sich jede Minute hiervon verdient", sagte Cambride-Trainer Steve Trapmore nach der obligatorischen Champagner-Dusche seiner Crew. Neben Auersperg, der sein wohl letztes Rennen auf internationaler Ebene bestritt, saßen auch noch fünf weitere "Legionäre" – vier Amerikaner und ein Deutscher – im siegreichen Boot.

Der 2,04 Meter große Spross einer Adelsfamilie wird nach Abschluss seines Studiums an der englischen Eliteuni nach Österreich zurückkehren, und als Unternehmensberater aktiv sein. Sein Versuch, sich mit Leichter im Vierer ohne Steuermann für Olympia zu qualifizieren, war im vergangenen September gescheitert.

Beinahe-Drama im Damenrennen

Das Frauenrennen entschied Oxford deutlich für sich und feierte im 71. Duell den 30. Erfolg. Cambridge stand bei schwierigen Bedingungen kurz vor dem Untergang und kämpfte sich mit letzter Kraft ins Ziel. (honz, APA, sid, 27.3.2016)

  • Die Ruderer aus Cambridge ließen sich von den unangenehmen äußeren Bedingungen nicht aus dem Rhythmus bringen und feierten einen Start-Ziel-Sieg.
    foto: reuters / toby melville

    Die Ruderer aus Cambridge ließen sich von den unangenehmen äußeren Bedingungen nicht aus dem Rhythmus bringen und feierten einen Start-Ziel-Sieg.

  • Sieger und Geschlagene.
    foto: reuters / toby melville

    Sieger und Geschlagene.

  • Wohlverdientes Bad.
    foto: reuters / toby melville livepic

    Wohlverdientes Bad.

  • Beinahe-Metamorphose des Cambridge-Damen-Achters zu einem U-Boot.
    foto: reuters / matthew childs

    Beinahe-Metamorphose des Cambridge-Damen-Achters zu einem U-Boot.

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