Berlin: Atomkommission erhöht Druck auf Energiekonzerne

27. März 2016, 11:49
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Vorsitzender Trittin will rasch mit Gesetzgebungsprozess beginnen

Berlin – Im Streit um die Finanzierung des Atomausstiegs erhöht die Atomkommission der deutschen Bundesregierung den Druck auf die Energiekonzerne. "Wenn wir eine sichere Finanzierung des Ausstiegs bis zur Bundestagswahl 2017 festlegen wollen, müssen wir in diesem Sommer mit dem Gesetzgebungsprozess beginnen", sagte der Kommissionsvorsitzende Jürgen Trittin (Grüne) der Zeitung "Bild am Sonntag" aus Berlin.

Ansonsten könne "erst wieder eine neue Bundesregierung einen weiteren Anlauf starten." "Dieser jahrelange Stillstand wäre für die Energiekonzerne ein Riesenproblem", warnte der frühere deutsche Bundesumweltminister und mahnte eine schnelle Lösung an. "Kommt die nicht, bleibt das Risiko bei den Energiekonzernen, die bereits massive Probleme haben, neue Kredite zu bekommen", sagte Trittin.

Das Risiko belaste "schon jetzt massiv den Aktienkurs der Energieriesen". Trittin warnte vor einer Pleite der Konzerne. "Wir haben großes Interesse daran, dass das nicht eintritt – nur so können die Energiekonzerne die von ihnen verursachten Kosten für die Entsorgung des gefährlichsten Mülls der Welt auch tragen", sagte er.

Die Atomkommission war vom Kabinett eingesetzt worden. Sie soll prüfen, wie der Atomausstieg finanziert und eine langfristige Verantwortungsübernahme der Versorger erfüllt werden können. (APA, 27.3.2016)

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    foto: apa / dpa / armin weigel
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