Opposition ruft nach Wahl in Republik Kongo zu Protesten auf

27. März 2016, 11:18
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Fünf unterlegene Kandidaten werfen Staatschef Sassou Nguesso Manipulation vor

Brazzaville – Eine Woche nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in der Republik Kongo hat die Opposition in dem zentralafrikanischen Land zu Protesten aufgerufen. Diese sollten friedlich verlaufen, hieß es in einer Erklärung von fünf unterlegenen Kandidaten der Abstimmung vom vergangenen Sonntag, die einer Nachrichtenagentur am Samstag vorlag.

Die Umstände des Urnengangs bezeichneten die Oppositionellen als "Machtmissbrauch". Der langjährige Staatschef Denis Sassou Nguesso war nach offiziellen Angaben mit 60 Prozent in seinem Amt bestätigt worden. Der Protestaufruf wurde nun von seinen mit 15 und 14 Prozent zweit- und drittplatzierten Herausforderern Guy-Brice Parfait Kolelas und Jean-Marie Michel Mokoko sowie den Kandidaten Claudine Munari, Andre Okombi Salissa und Pascal Tsaty Mabiala unterzeichnet.

Die Opposition erhebt nach der Wahl Manipulationsvorwürfe gegen die Staatsführung und fordert eine Neuauszählung der Stimmen. In der Erklärung hieß es, die Bürger des Landes sollten "von ihrem Souveränitätsrecht Gebrauch machen", friedlich protestieren und zivilen Ungehorsam üben. Für Dienstag riefen die Oppositionskandidaten ihre Anhänger zu einem Streik auf.

Die neue Kandidatur von Staatschef Sassou Nguesso war erst durch ein umstrittenes Referendum ermöglicht worden. Der 72-Jährige war im Jahr 1979 an die Macht gelangt und regiert das zentralafrikanische Land seitdem mit einer Pause von fünf Jahren in den 1990er Jahren. Seine Wiederwahl wurde auch in den Jahren 2002 und 2009 jeweils von Manipulationsvorwürfen der Opposition überschattet.

Das von der Opposition boykottierte Referendum über eine Verfassungsänderung Ende Oktober machte Sassou Nguesso den Weg für die neue Kandidatur frei. Das bis dahin auf 70 Jahre festgesetzte Höchstalter eines Staatschefs sowie die Begrenzung auf zwei Amtszeiten wurden aufgehoben. Bei Protesten gegen das Referendum war es zuvor mehrfach zu gewaltsamen Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gekommen, es gab mehrere Tote. (APA, 27.3.2016)

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