Nach Terroranschlägen: Belgische Polizei musste zu WhatsApp greifen

27. März 2016, 09:14
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Eigenes Notfallsnetzwerk war für mehrere Stunden ausgefallen

Immer wieder wurde in den vergangenen Monaten die Rolle von verschlüsselten Messengern für die Vorbereitung terroristischer Anschläge diskutiert. Wirkliche Beweise dafür, dass solche Tools eine relevante Rolle spielen, wurden dabei allerdings bisher nicht gefunden. Ganz im Gegenteil ist der aktuelle Erkenntnisstand, dass etwa bei der Durchführung der Anschläge von Paris Verschlüsselung keine Rolle gespielt hat. Die Attentäter hatten schlicht zu Wegwerfhandys und Sprachtelefonie gegriffen, um die Massenüberwachung auszutricksen.

WhatsApp

Nun kommen Messenger auch in Zusammenhang mit den Brüsseler Anschlägen in die Diskussion – allerdings unter einem ganz anderen Gesichtspunkt. Lief die Kommunikation zwischen den Behörden im direkten Gefolge der Attacken doch über WhatsApp ab, wie belgische Medien berichten.

Panne

Grund für diese ungewöhnliche Wahl: Das Behördennetzwerk Astrid, das eigentlich für die Notfallskommunikation vorgesehen ist, brach zusammen und fiel für mehrere Stunden aus. Ein Polizeisprecher will zwar den Umfang der Probleme nicht kommentieren, bestätigt aber, dass in den ersten Stunden nach den Attacken in dieser Hinsicht nicht alles wie geplant gelaufen sei.

Verschlüsselung

Der Griff zu WhatsApp dürfte wohl vor allem dem Umstand geschuldet sein, dass die Facebook-Software auch in Belgien äußerst populär und somit ohnehin auf den meisten Smartphones installiert ist. Seit einiger Zeit hat WhatsApp damit begonnen, die Kommunikation zwischen den Teilnehmern so zu verschlüsseln, dass auch der Betreiber selbst den Inhalt nicht mitlesen kann. (red, 27.3.2016)

  • WhatsApp wurde zur Notfallslösung für die belgischen Behörden.
    foto: dado ruvic / reuters

    WhatsApp wurde zur Notfallslösung für die belgischen Behörden.

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