US-Bürger beschuldigt sich selbst der Spionage in Nordkorea

25. März 2016, 13:37
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Der 62-Jährige sagt, er habe für den südkoreanischen Geheimdienst gearbeitet

Pjöngjang/Seoul – Neun Tage nach der Verurteilung eines US-Studenten in Nordkorea hat das kommunistische Regime einen weiteren inhaftierten US-Amerikaner Medienvertretern in Pjöngjang vorgeführt. Der 62-jährige Kim Dong Chul habe sich selbst der Spionage für den südkoreanischen Geheimdienst bezichtigt, berichteten die Staatsmedien am Freitag.

Der Mann koreanischer Abstammung besitze die US-Staatsbürgerschaft. Er sei bereits im Oktober 2015 festgenommen worden.

Nordkorea hatte im Jänner den US-Nachrichtensender CNN ein Interview mit Kim führen lassen. Damals sagte er, ein Verbindungsmann habe ihm einen USB-Speicher und eine Kamera zur Aufzeichnung militärischer Geheimnisse zustecken wollen.

Warmbier zu 21 Jahren Zwangsarbeit verurteilt

Ein Gericht in Pjöngjang hatte erst am Mittwoch vergangener Woche den 21 Jahre alten US-Studenten Otto Warmbier wegen angeblicher Umsturzversuche zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Nach eigenen Angaben hatte er im Auftrag einer US-Kirche in einem Hotel in Pjöngjang ein Banner mit einem politischen Slogan gestohlen.

Nach einem neuen Atomtest Nordkoreas im Jänner und einem ebenfalls umstrittenen Raketenstart im Februar haben die Spannungen zwischen Pjöngjang und Washington deutlich zugenommen. Nordkorea hatte zudem angesichts von Militärmanövern der USA mit Südkorea seine Drohgebärden verschärft und mit atomaren Erstschlägen gedroht. (APA, 25.3.2016)

  • Kim Dong Chul bei der "Pressekonferenz".
    foto: reuters/kcna

    Kim Dong Chul bei der "Pressekonferenz".

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