Liad Shohams "Das Blut an euren Händen": Gleichgewicht der Korruption

    30. März 2016, 10:30
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    Politkrimi, der in der Nähe von Tel Aviv spielt

    Zwei alte Baulöwen halten sich einen Bürgermeister: Der bewilligt, was sie wollen, und die Geschäfte laufen seit Jahrzehnten wie geschmiert. Das Gleichgewicht der Korruption wird gestört durch das Auftauchen eines neuen Konkurrenten und einen neugierigen Journalisten. Das Problem mit dem Aufdecker wird auf drastische Weise gelöst. Aber wer hat diese "Lösung" herbeigeführt? Die beiden ausgefuchsten Oldies oder der neue Aufsteiger?

    Dass der Sohn des Bürgermeisters sich in eine Polizistin verliebt und Wahlen anstehen, verkompliziert die Lage. Doch der Politiker glaubt, die zukünftige Schwiegertochter manipulieren zu können.

    Spezifisch an diesem Politkrimi ist, dass er im konservativen Städtchen Petach Tikwa in der Nähe von Tel Aviv spielt. Liad Shoham geht kritisch mit den Gegebenheiten in seiner Heimat um und verpackt das in eine spannende Geschichte. Umso bedauerlicher sind die oft holprig klingende Übersetzung und das schlampige Lektorat. Eine "Baretta" hat in einem Krimi wirklich nichts verloren. (Ingeborg Sperl, Album, 26.3.2016)

    Liad Shoham, "Das Blut an euren Händen". Deutsch: Ulrike Harnisch. € 10,30 / 360 Seiten. DuMont, Köln 2016

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      foto: dumont
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