Islamisten im Jemen wollen entführten Priester kreuzigen

25. März 2016, 11:00
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Salesianer wurde bei Blutbad an christlichen Nonnen und Pflegern in Altenheim von Aden entführt

Wien – Ein im Jemen von Islamisten entführter Salesianer-Pater soll nach Plänen seiner Peiniger am Karfreitag gekreuzigt werden. Entsprechende Informationen lagen der christlichen Organisation Christian Solidarity International (CSI) vor. CSI Österreich appellierte an den jemenitischen Botschafter in Wien, sich einzusetzen, um den grausigen Mord zu verhindern.

Bewaffnete Jihadisten hatten Pater Thomas Uzhunnalil (56) Anfang März im Zuge eines Blutbades, das sie in einem von Mutter-Teresa-Schwestern betriebenen Seniorenheim in Aden anrichteten, als Geisel genommen. Der aus Indien stammende Salesianer Don Boscos soll in der Kapelle gebetet haben, als die Islamisten das Gebäude stürmten. Bei dem blutigen Anschlag auf das Heim waren am 4. März 16 Menschen gezielt getötet worden, allesamt christliche Nonnen und christliches Pflegepersonal, das einheimische Jemeniten dort betreute.

Kontakt mit Sicherheitsbehörden

Der Generalsekretär von CSI-Österreich, Elmar Kuhn, schreibt in seinem Brief an den jemenitischen Botschafter Samy Mansour Amin Al-Basha, der Pater werde von den Islamisten gefoltert. Die Islamisten begingen einen "blasphemischen Akt" gegen das Christentum, der auch vom Koran nicht gebilligt werden könne. Lange hatte Unklarheit über das Schicksal des Salesianers geherrscht. Der zuständige katholische Bischof Paul Hinder sagte zu der katholischen Nachrichtenagentur "AsiaNews", er sei in ständigem Kontakt mit den Sicherheitsbehörden des Jemen gestanden, um Gewissheit über das Los von Pater Tom zu erlangen.

Die vier Ordensfrauen, die bei dem Massaker getötet wurden, stammten aus Indien, Kenia und Ruanda. Die Oberin konnte sich retten, es gelang ihr, sich vor den Angreifern zu verstecken, hieß es in einem Bericht der Ökumenischen Stiftung "Pro Oriente". Schwester Sally, ebenfalls eine Inderin, soll inzwischen in ein Kloster in einem anderen Land übersiedelt sein. Laut Bischof Hinder hatten die Schwestern des von Mutter Teresa gegründeten Ordens in Aden mehrmals Drohungen erhalten. Doch sie wollten ausharren und ihren Dienst an den alten Menschen fortsetzen.

Pflegeheim in Aden gestürmt

Bei den anderen Opfern des Jihadisten-Kommandos handelte es sich um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflegeheims, etliche unter ihnen äthiopische Immigranten. Wie die Behörden in Aden mitteilten, erschossen die bewaffneten Männer zunächst einen Wachmann, stürmten dann das Gebäude und töteten dort arbeitende Schwestern, Pflegekräfte, Fahrer und Köche. Die Bluttat habe in ganz Aden "Entsetzen und Trauer" ausgelöst, sagte Bischof Hinder. Die Mutter-Teresa-Schwestern und ihre Arbeit seien in Aden hochgeschätzt worden.

Papst Franziskus hatte die ermordeten Ordensfrauen als Märtyrerinnen gewürdigt, die ihr Blut für die Kirche gaben. Sie seien nicht nur die Opfer ihrer Angreifer geworden, sondern auch Opfer einer "Globalisierung der Gleichgültigkeit", so der Pontifex nach dem Massaker. 1998 waren bereits einmal im Jemen – in Hodeida – drei "Missionarinnen der Nächstenliebe" ermordet worden. Die Behörden erklärten damals, bei dem Angreifer habe es sich um einen "saudiarabischen Geistesgestörten" gehandelt. (APA, 25.3.2016)

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