Wahlvorschläge: Griss braucht am meisten Platz

25. März 2016, 08:54
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Kandidatin gibt auf dem Wahlvorschlag diverse ehemaligen und aktuellen Tätigkeiten an – von Wien bis Singapur

Wien – Die Stimmzettel für die Hofburg-Wahl am 24. April sind gedruckt. Es sind fast 7,7 Millionen Stück, obwohl nur 6,4 Millionen Österreicher wahlberechtigt sind – das Gesetz schreibt eine Reserve von 20 Prozent vor. In der nächsten Woche werden die ersten Wahlkarten versandt.

Voraussetzung für den Stimmzettel-Druck war die – am Donnerstag erfolgte – Kundmachung der Wahlvorschläge. Dieser kann man nicht nur die sechs Namen samt Wohnort entnehmen, sondern auch den Beruf (so wie ihn die Kandidaten angeben) und die Zustellungsbevollmächtigten.

Hundstorfer als "Angestellter"

Beim Beruf ist Irmgard Griss am auskunftsfreudigsten: "Pensionierte Richterin und ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofs, Richterin am International Commercial Court in Singapur, Schlichterin bei der Schlichtungsstelle für Verbrauchergeschäfte" schildert sie ausführlich ihre früheren und jetzigen Aktivitäten. Knapp und bescheiden hingegen die Kandidaten von SPÖ und FPÖ: Der bisherige Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) gibt sich mit "Angestellter" zufrieden. Norbert Hofer (FPÖ) bezeichnet sich als "Flugzeugtechniker".

Andreas Khol (ÖVP), zuletzt Seniorenbund-Chef und schon seit 2006 nicht mehr Erster Präsident im Hohen Haus, erinnert an seine frühere Funktion – mit "Nationalratspräsident a.D." und dazu noch "Universitätsprofessor". Ausschließlich letzteres ist die Berufsbezeichnung des Ex-Grünen-Chefs Alexander Van der Bellen. Und Richard Lugner nennt sich – wenig überraschend – "Baumeister".

Weniger bescheiden als beim Beruf ist Hofer beim Zustellungsbevollmächtigten: Während die anderen ihre Wahlkampfleiter bzw. Lugner die Sekretärin nominiert haben, scheint bei Hofer FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache auf. Der Zustellungsbevollmächtigte ist der Ansprechpartner für die Wahlbehörde – und auch jene Person, die laut Gesetz bei Einreichung des Wahlvorschlages den Kostenbeitrag von 3.600 Euro "in bar zu erlegen" bzw. den Zahlungsbeleg vorzulegen hat. Außerdem kann nicht der Kandidat selbst, sondern nur der zustellungsbevollmächtigte Vertreter eine Nachzählung verlangen oder die Wahl beim VfGH anfechten. (APA, 25.3.2016)

  • Die Stimmzettel sind gedruckt, die amtlichen Wahlvorschläge (nicht im Bild) ebenso.
    foto: apa/schlager

    Die Stimmzettel sind gedruckt, die amtlichen Wahlvorschläge (nicht im Bild) ebenso.

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