RB Salzburg vorzeitig Eishockey-Meister

24. März 2016, 22:00
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2:1 in Villach vierter Erfolg der Bullen in der Halbfinalserie, die damit auch Meister sind, weil Linz nach einem 2:5 gegen Znojmo aus dem Rennen ist

Villach/Linz – Red Bull Salzburg steht vorzeitig als österreichischer Meister fest. Der Titelverteidiger fixierte am Donnerstag mit einem neuerlichen 2:1 beim VSV den Finaleinzug und auch den Titel, weil sich im zweiten Halbfinale der Erste Bank Eishockey Liga der tschechische Vertreter Znojmo gegen Linz durchsetzte. Die Znaimer gewannen auswärts 5:2, womit sie die Serie wie Salzburg 4:2 für sich entschieden.

Erstes Finale für Znojmo

Während die Salzburger bereits Stammgäste im Endspiel sind, ist es für die seit 2011 in der Liga mitwirkenden Tschechen mit dem österreichischen Verteidiger Andre Lakos das erste Endspiel. Das Duell um die EBEL-Krone im Modus "Best of seven" beginnt am 1. April, kein Scherz, in der Mozartstadt.

In Villach dauerte es vor 4.500 Zuschauern mehr als 47 Minuten, bis der erste Treffer fiel. Ben Walter schloss einen mustergültigen Konter zum 1:0 ab. Zuvor hatten beide Teams etliche hochkarätiger Möglichkeiten – darunter einige sogar in 5:3-Überzahl – vergeben. Für die im Powerplay einmal mehr nicht durchschlagskräftigen Villacher scheiterten etwa die Teenager Christian Jennes und Christof Kromp aus idealer Position an Salzburgs Schlussmann Juuso Riksman. Aber auch die Salzburger hatten den Puck trotz guter Chancen nicht im Tor von J.P. Lamoureux untergebracht.

Kärntnerspezialist

Dreieinhalb Minuten nach der Salzburger Führung gelang dem aufgerückten Peter Weihager der Ausgleich. Die Freude des VSV währte aber nur kurz, denn Brett Sterling schoss bereits 18 Sekunden später das 2:1. Der neuerliche Ausgleich glückte den Villachern nicht mehr, wodurch die Salzburger nach dem KAC auch den zweiten Kärntner Club ausschalteten. Trotz der Niederlage – die vierte mit dem gleichen Ergebnis – wurde die Truppe von Trainer Greg Holst von den eigenen Fans minutenlang gefeiert. Den Salzburger Finaleinzug bejubelten 200 mitgereiste Anhänger.

Im zweiten Match des Abends erwischte Znojmo vor fast 5.000 Zuschauern den deutlich besseren Start und gab diesen Bonus nicht mehr aus der Hand. Roman Tomas (5.) und Martin Podesva (8./PP) brachten Znojmo 2:0 in Führung. Von diesem Doppelschlag erholten sich die Linzer schnell und schafften durch Goalgetter Andrew Kozek (12.) aus einem Gestocher den verdienten Anschlusstreffer, zum Ausgleich kam es aber nicht.

Immer wieder Endstation Semifinale

Zur Hälfte des von beiden Teams vorsichtiger geführten Mitteldrittels sorgte auf der Gegenseite neuerlich Tomas in Überzahl für die abermalige Zweitoreführung der Tschechen. Mit dem dritten Powerplay-Treffer von Znojmo zum 4:1 nach Fehler von Linz-Tormann Michael Ouzas durch Peter Pucher (49.) war die Entscheidung gefallen. Kozek (53.) gelang nur noch das 2:4, in der Schlussminute erhöhten die Gäste auf 5:2, zu diesem Zeitpunkt war das Tore bereits leer. Durch die klare Heimniederlage scheiterten die Linzer bereits zum vierten Mal in Serie im Semifinale, als Trost stehen sie aber wieder als Champions-League-Teilnehmer fest.

Znojmo darf hingegen als nächste ausländische Mannschaft nach Bozen im Jahr 2014 Salzburg im Endspiel fordern. Vor zwei Jahren hatten die Südtiroler überraschend die Oberhand behalten. (APA, 24.3.2016)

EBEL-Ergebnisse vom Donnerstag:
(Halbfinale, best of seven – 6. Spiel)

VSV – Red Bull Salzburg 1:2 (0:0,0:0,1:2)
Villach, 4.500 (ausverkauft).

Tore: Weihager (51.) bzw. Walter (48.), Sterling (52.). Strafminuten: 8 bzw. 14

Endstand in der Serie: 2:4

EHC Liwest Black Wings Linz – HC Znojmo 2:5 (1:2,0:1,1:2)
Linz, 4.900 (ausverkauft)

Tore: Kozek (12., 53.) bzw. Tomas (5., 30./PP), Podesva (8./PP), Pucher (49./PP), Sedivy (59./EN). Strafminuten: 20 plus 10 Hisey bzw. 2.

Endstand in der Serie: 2:4

Finale (best of seven): Salzburg – Znojmo

Spieltermine: 1., 3., 5., 8., 10., 12. und 14. April

Österreichische Eishockey-Meister seit 1923:

1923 – 1931 Wiener Eislaufverein (WEV)
1932 Pötzleinsdorfer SK
1933 WEV
1934 u. 1935 Klagenfurter Athletik Club (KAC)
1936 nicht ausgespielt
1937 WEV
1938 EK Engelmann
1939 – 1945 keine Meisterschaft ausgetragen
1946 EK Engelmann
1947 u. 1948 WEV

1949 – 1951 Wiener Eissport-Gemeinschaft
1952 KAC
1953 Innsbrucker Eislaufverein (IEV)
1954 IEV
1955 KAC
1956 u. 1957 EK Engelmann
1958 u. 1959 IEV
1960 KAC
1961 IEV
1962 WEV

1963 IEV
1964 – 1974 KAC
1975 ATSE Graz
1976 u. 1977 KAC
1978 ATSE Graz
1979 u. 1980 KAC
1981 Villacher SV (VSV)
1982 – 1984 VEU Feldkirch
1985 – 1988 KAC
1989 EV Innsbruck

1990 VEU Feldkirch
1991 KAC
1992 u. 1993 VSV
1994 – 1998 VEU Feldkirch
1999 VSV
2000 u. 2001 KAC
2002 VSV
2003 Black Wings Linz
2004 KAC
2005 Vienna Capitals

2006 VSV
2007 u. 2008 Red Bull Salzburg
2009 KAC
2010 u. 2011 RB Salzburg
2012 Black Wings Linz
2013 KAC
2014 – 2016 RB Salzburg

  • Letzte Playoff-Action in dieser Saison in Villach.
    foto: apa/gert eggenberger

    Letzte Playoff-Action in dieser Saison in Villach.

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