Neue Erkenntnisse über den Kakao-Killer gewonnen

26. März 2016, 13:04
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Dem Pilz Moniliophthora roreri geht es auf Kakao-Plantagen so gut, dass er die sexuelle Reproduktion aufgegeben hat

West Lafayette – Der Mensch ist nicht die einzige Spezies, die Schokolade liebt – da gibt es auch noch den Pilz Moniliophthora roreri, und der fängt mit dem Konsum schon etwas früher an: Er befällt Kakaopflanzen und kann auf Plantagen großen Schaden anrichten.

Moniliophthora roreri zählt zu den Ständerpilzen (Basidiomycota), zu denen unter anderem auch Speisepilze wie der Champignon zählen. Deshalb dachte man bislang, der Pilz würde sich sexuell fortpflanzen. Nun aber berichten die Pilzforscher Catherine Aime und Jorge Díaz-Valderrama von der Purdue University, dass sich der Schädling in Wahrheit einfach "klont".

Hintergrund

Pilze haben zur Vermischung von Genen keine eigentlichen Geschlechter, aber sogenannte Kreuzungstypen – von zwei bis zu mehreren tausend. Auch durch dieses System wird verhindert, dass genetisch identische Nachkommen hervorgebracht werden. Moniliophthora roreri weist zwar zwei solche Kreuzungstypen auf, trotzdem setzt er offenbar nicht auf sexuelle Reproduktion. Die Forscher vermuten, dass er dies früher tat, es aber aufgegeben hat, weil er für sich eine so günstige Umgebung gefunden hat, dass er den Aufwand sexueller Reproduktion einfach nicht mehr zu betreiben braucht.

Den Kakaobauern, denen der Pilz Ernteeinbußen bis hin zum Totalausfall bescheren kann, hilft dieses Wissen zwar nicht. Allerdings kann man einen Schädling auch nicht effektiv bekämpfen, solange man dessen biologische Grundlagen nicht kennt, so die Forscher. (red, 26. 3. 2016)

  • Catherine Aime und Jorge Díaz-Valderrama erstellen ein Täterprofil: Pilzkulturen im Labor.
    foto: purdue university/tom campbell

    Catherine Aime und Jorge Díaz-Valderrama erstellen ein Täterprofil: Pilzkulturen im Labor.

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