Das große Fastenbrechen

25. März 2016, 07:00
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Wer sich mit strengen Diäten durch die Fastenzeit gequält hat, sollte langsam wieder auf normale Ernährung umstellen. An Ostern darf sogar geschlemmt werden

Endlich ist die Fastenzeit vorbei. Was auch immer das Laster war, auf das viele in den letzten 40 Tagen verzichtet haben, ab Sonntag darf wieder unverhohlen reingestopft und -geschüttet werden. Grund zur Freude gibt es dabei hoffentlich nicht nur, weil die Fastenzeit endlich vorbei ist, sondern weil der Verzicht der letzten Woche auch etwas gebracht hat. Vielleicht hat der eine oder andere ein paar Kilo abgenommen, kann wieder tief durchatmen, oder fühlt sich insgesamt gesünder, weil Fastfood, Süßigkeiten, Alkohol oder Zigaretten in den letzten 40 Tagen tabu waren.

Um den Wohlfühlzustand noch etwas länger zu erhalten, sollte auch in den nächsten Tagen und Wochen das Ziel im Auge behalten werden, nämlich die Errungenschaften der Fastenzeit nicht binnen kurzer Zeit wieder rückgängig zu machen. Dabei könnten die so genannten Aufbautage, also die Tage nach dem Ende einer Fastenkur, nicht blöder fallen – nämlich auf das verlängerte, vor ungesunden Mahlzeiten nur so strotzende Oster-Wochenende.

Wer seit dem Aschermittwoch eine strenge Kur eingehalten hat, sollte jetzt langsam auf normale Ernährung umstellen. Wer sofort wieder große Mengen isst, riskiert Magenkrämpfe und den bekannten Jo-Jo-Effekt. "Wenn man das Fasten in sehr üppigem Ausmaß bricht, besteht die Gefahr, dass man in alte Fallen tappt und beispielsweise sofort wieder sehr viel Schokolade braucht", sagt die Wiener Diätologin Martina Fischl.

Essen genießen

In den ersten Tagen nach der strengen Fastenkur sollte man zunächst nur kleine Portionen essen, die Mahlzeiten bewusst und langsam genießen, aufhören wenn man satt ist und keine schwer verdaulichen Speisen wie Fleisch, Frittiertes oder Hartkäse zu sich nehmen. Durch diese Aufbautage können sich die Verdauungsorgane und der Stoffwechsel wieder an ihre normale Arbeit gewöhnen.

Die Fastenzeit ist laut Fischl ein schöner Anlass, um sich über den eigenen Lebensstil Gedanken zu machen. "Gesunde Ernährung sollte aber darüber hinausgehen", so die Diätologin. Wer in der Fastenzeit also keine strenge Diät vollzogen, sondern ganz auf eine gesunde Ernährung umgestellt hat, etwa indem er auf Fett und Zucker verzichtet und viel Obst und Gemüse gegessen hat, sollte damit auch an und nach Ostern weitermachen.

Dann darf an den Feiertagen ruhig auch mal geschlemmt werden. "Es ist total in Ordnung am Karsamstag und Ostersonntag mehr zu essen, wenn man danach versucht, wieder in einen gesunden Lebensstil zurückzufinden", sagt Fischl. Zu einem solchen gehöre auch gesundes Genießen, und das schließe eine Osterjause nicht aus – auch wenn sie viele Eier, gekochten Schinken und etwas mehr Fett enthält.

Schweinsbraten erlaubt

"Insgesamt", so Fischl, "sollte man zu 80 Prozent gesund leben. Wer sich an fünf Tagen in der Woche gesund ernährt, darf am Wochenende auch mal einen Schweinsbraten essen." Komplett verzichten müsse man ohnehin nie. "Weniger gesunde Lebensmittel wie Schokolade, Wein und Fettiges sollte man einfach seltener essen."

Wer trotz allem auch an Ostern hart bleiben will und weiterhin Kalorien zählt, kann auf leichte Alternativen zu Schokohasen, Osterpinzen und deftigem Braten zurückgreifen. Auch hier gilt allerdings: Alles nur in Maßen. Wenn die Familie mitspielt, könnte am Feiertag etwa statt Lamm oder Gans eine fettarme Pute auf den Tisch kommen, dazu Reis oder Gemüse, statt Pommes. Ins Glas kommt Wasser statt Cola. Als Nachtisch ist durchaus ein Stück vom Schokohasen erlaubt, allerdings vom Exemplar mit 70 Prozent Kakaoanteil.

Davon abgesehen, bieten das lange Wochenende und das schöne Wetter auch die besten Voraussetzung für Bewegung an der frischen Luft. Ein Osterspaziergang verbrennt Kalorien und lässt einen die Sorgen der verzichtvollen Fastenzeit vergessen. (bere, 25.3.2016)

  • Wer sich zu 80 Prozent gesund ernährt, darf an Ostern auch mal schlemmen.
    foto: wikipedia/klemen brumec/(CC-Lizenz)

    Wer sich zu 80 Prozent gesund ernährt, darf an Ostern auch mal schlemmen.

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