Rückgeschoben aus Spielfeld: Flüchtlinge legen Beschwerde ein

24. März 2016, 05:30
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Syrer und Iraker wollten in Österreich Asyl – Polizei: Beschwerden noch nicht bekannt

Graz/Ljubljana – In dem Monat vor Schließung der Westbalkanroute am 6. März habe die Polizei am Grenzübergang Spielfeld etliche Kriegsflüchtlinge abgewiesen und nach Slowenien zurückgeschickt, obwohl diese davor eindeutig deklariert hätten, in Österreich Asyl beantragen zu wollen. So lauten die Vorwürfe der Rechtshilfeplattform Border Crossing Spielfeld, über die Ö1 vergangenen Samstag berichtete.

Am Montag nun legte die südsteirische Initiative für fünf derzeit in Slowenien befindliche Flüchtlinge beim Landesverwaltungsgericht Maßnahmenbeschwerde gegen "polizeiliche Handlungen an der Grenze" ein. Zwanzig weitere Beschwerden von "Irakern und Syrern" würden binnen Kurzem folgen, sagte Plattformsprecherin Petra Leschanz am Mittwoch dem Standard.

Die zwanzig Hinzugekommenen seien in slowenischen Flüchtlingslagern ausfindig gemacht worden, schilderte Leschanz. Vor ihrem gescheiterten Einreiseversuch hätten sie sich alle "als Kriegsflüchtlinge zu erkennen gegeben und Österreich als Zielland angegeben".

Essen "ins Abteil geworfen"

Auch hätten sie von "inakzeptablen Anhaltebedingungen" in Spielfeld vor ihrer Rückschiebung erzählt. Eine irakische Familie habe stundenlang ohne Sitzgelegenheit in einem engen Containerabteil ausharren müssen, laut einem Syrer sei die Verpflegung für ihn und seine Familie "in das Abteil hingeworfen worden". Die Maßnahmenbeschwerden seien ihm noch nicht bekannt, daher könne er zu den Vorwürfen nichts sagen, reagierte ein Sprecher der steirischen Polizei. (Irene Brickner, 24.3.2016)

  • Flüchtlinge am 17. Februar auf dem Weg nach Spielfeld in Slowenien. Laut Rechtshilfeplattform begannen damals bereits die unrechtmäßigen Abweisungen.
    foto: apa/foeger

    Flüchtlinge am 17. Februar auf dem Weg nach Spielfeld in Slowenien. Laut Rechtshilfeplattform begannen damals bereits die unrechtmäßigen Abweisungen.

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