Kokardenspechte spannen Pilze zur Holzarbeit ein

25. März 2016, 15:18
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Nordamerikanische Spechtart greift offenbar auf fungale Hilfe zurück

Madison – Spechte sind bekanntermaßen die Bauarbeiter unter den Vögeln und durch zahlreiche physiologische Spezialentwicklungen an ihre harte Meißelarbeit angepasst. So verfügen etwa die meisten Arten über eine federnde Verbindung zwischen Schnabel und Hirnschädel, um Erschütterungen zu dämpfen.

Auch ist der Schädel der Spechte von besonders starken Muskeln umgeben, das Gehirn wiederum von außergewöhnliche wenig Gehirnflüssigkeit – beides dient dazu, die Risiken durch das heftige Holzpecken zu minimieren.

Doppelter Angriff

Doch dem nordamerikanischen Kokardenspecht (Picoides borealis) reicht das offenbar nicht, er greift auf fungale Unterstützung zurück: Wie Forscher in den "Proceedings of the Royal Society B" berichten, tragen die Vertreter dieser Art Sporen von Pilzen in ihren Schnäbeln, die sich auf den bearbeiteten Bäumen festsetzen und deren Holz zersetzen und brüchiger machen.

Den tatsächlichen Nutzen dieser Symbiose für die Vögel zu quantifizieren, sei aber ausgesprochen schwierig. "Das zu untersuchen würde viele, viele Jahre dauern, vielleicht ein Jahrzehnt", sagte Studienautorin Michelle Jusino vom US Forest Service Center for Forest Mycology Research in Wisconsin. Es bleibt zu hoffen, dass die Teamarbeit effizient ist: Der Bestand der Kokardenspechte ist nämlich rückläufig. (dare, 25. 3. 2016)

  • Ein Kokardenspecht vor seiner Behausung.
    foto: michelle a. jusino

    Ein Kokardenspecht vor seiner Behausung.

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