Gruß aus dem Schaukasten an die Funktionäre

23. März 2016, 18:07
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Bereits vor dem Plakatstart wirbt ÖVP-Kandidat Andreas Khol in eigener Sache

Wien – Er ist ein Relikt aus längst vergangen geglaubten politischen Zeiten, das sich insbesondere am Land auch im Jahr 2016 großer Beliebtheit erfreut: der Parteischaukasten.

Hinter den Glasscheiben geht es oft darum, wer bei einer Gemeinderatssitzung was behauptet hat, wann der nächste Seniorentreff stattfindet, oder aber der Bürgermeister informiert über die neue Kindergartenleitung.

Einige der in Holz und Metall gehaltenen, mitunter magnetischen Provinzauslagen ziert bereits seit geraumer Zeit ÖVP-Präsidentschaftskandidat Andreas Khol. Und zwar bereits lange vor dem im Fairnessabkommen festgelegten Kleinplakataffichierungsstichtag, dem 24. März. Khol lässt dort wissen, dass er "erfahrener, staatsmännischer, mutiger" ist. Schließlich würden die Parteifunktionäre bereits für ihren Kandidaten rennen – diese wolle man mit diesem ersten Vitrinenauftritt erreichen, heißt es aus dem schwarzen Wahlkampfteam.

Ein Verstoß gegen das Fairnessabkommen ist der Kleinplakate-Frühstart nicht: Zwar heißt es dort sinngemäß, dass vor dem 28. März kein Kandidat von der Wand lächeln darf und auch Kleinplakate frühestens vier Tage zuvor affichiert werden dürfen. Für "vereinzelte Plakatflächen von Gemeindegruppen" gilt das aber nicht.

Auch für die FPÖ gilt das alles nicht. Kandidat Norbert Hofer hat das Abkommen bekanntlich nicht unterzeichnet und wirbt bereits als "Norbert Hofer, Bundespräsident" für sich. Beiträge, die das blaue FPÖ TV für ihn gestaltet, werden konsequent mit einer Quasi-Landkarten-Annexion Südtirols angekündigt. (riss, 23.3.2017)

  • Österreich, durch die blaue Brille betrachtet: Südtirol inklusive.
    foto: screenshot fpö

    Österreich, durch die blaue Brille betrachtet: Südtirol inklusive.

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