Marcel Hirscher und das Glück der fünf Kugeln

23. März 2016, 17:10
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Fünffacher Gesamtweltcupsieger freut sich auf Ruhe und über ein Ehrenzeichen

Wien – Am meisten freut sich Marcel Hirscher auf die Ruhe. Sagt er. Die Weltcupsaison der Alpinskifahrer ist am Sonntag zu Ende gegangen. Am Mittwoch war noch keine Ruhe. Gastspiel im Radio, Gastspiel in der Hofburg, Gastspiel im Bundeskanzleramt. Hirscher ist ein gefragter Mann. Wegen fünf großer Kristallkugeln für fünf Gesamtweltcupsiege zum Beispiel und vor allem.

Im vergangenen Winter ist Hirscher leistungsmäßig nicht abgefallen. Acht Siege, 19 Podestplätze. "Ich bin ziemlich happy. Es war ein ganz toller Winter", sagte Hirscher bei seinem Gastspiel im Dachfoyer der Wiener Hofburg. Aber so ein ganz toller Winter hinterlässt auch Spuren. "Die Saison steckt mir noch in den Knochen."

Hirscher, der Moderator

Hirscher ist ein erfahrener Medienmensch, in der Früh moderierte er eine Stunde lang den Ö3-Wecker, am Vormittag moderierte er kurzfristig den Sponsor-Pressetermin. "Sie können mir jetzt Fragen stellen." Aber der Sponsor hatte vorher noch eine Überraschung. Das konnte Moderator Hirscher nicht wissen. Hermann Maier!

foto: apa/georg hochmuth
Hirscher und seine fünf großen Kristallkugeln.

Hirscher freute sich, sagte er. "Wahnsinn, dass sich der Hermann das antut." Der Hermann tat es sich natürlich gerne an. Der vierfache Gesamtweltcupsieger, der 2009 zurücktrat, gratulierte Hirscher, zeigte sich beeindruckt von den Super-G-Leistungen des 27-Jährigen (ein Saisonsieg), wunderte sich über die unterschiedlichen Größen der fünf mitgebrachten Kristallkugeln und hatte einen Ratschlag für seinen Landsmann. Er solle die Siege richtig feiern. "Das muss er noch lernen."

Maier, der Tippgeber

Nach den Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Skihelden gefragt, fielen Hirscher ad-hoc drei Dinge ein: blaue Augen, Salzburger Herkunft, der Wille zum Siegen. Am Mittwoch kam noch eine Gemeinsamkeit dazu. Hirscher erhielt das "Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich." Kanzler Werner Faymann verlieh es ihm feierlich. Hirscher: "Eine große Ehre."

Maier hatte des Ehrenzeichen 1998 erhalten. Auch danach war er noch ziemlich erfolgreich. Bei Hirscher sollte auch noch etwas gehen. Aber jetzt will er erst einmal "die Saison Revue passieren, alles sacken lassen" und natürlich Ruhe. (Birgit Riezinger, 23.3.2016)

  • Marcel Hirscher, ganz staatsmännisch, sackt das Große Ehrenzeichen der Republik ein. Eines Tages will er damit auf den Opernball gehen.
    foto: apa/georg hochmuth

    Marcel Hirscher, ganz staatsmännisch, sackt das Große Ehrenzeichen der Republik ein. Eines Tages will er damit auf den Opernball gehen.

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