"Antinomy": Open World-Abenteuer aus Wien entführt ins "Heilige Land"

23. März 2016, 13:32
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Fiktionales Szenario im Mittleren Osten – Spiel soll auch Diplomatie bieten und für Vielfalt und Zusammenhalt werben

Einen nicht ganz einfachen Hintergrund hat sich das Wiener Studio Homegrown Games für seinen nächsten Titel ausgesucht. "Antinomy" heißt das in einer offenen Welt angesetzte Action-Abenteuer. Schauplatz ist das "Heilige Land", angelehnt an Jerusalem am Ende des 19. Jahrhunderts. Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter wirbt man nun um ein wenig finanzielle Unterstützung für die Entwicklung des Games.

Szenario

Die Handlung setzt im Jahr 1892 an. Nach schweren Niederlagen im Krieg mit Russland, geplagt von wirtschaftlichen Krisen und Abspaltungsbewegungen, ist das osmanische Reich im Zerfall begriffen. Besonders an den Rändern seines Territoriums hat der Sultan kaum noch Einfluss. Seine einstigen Lokalverwalter versuchen, sich selbst einen Teil seiner einstigen Macht zu sichern und terrorisieren die Bevölkerung.

Gleichzeitig dringen europäische Mächte in die Wüste vor und suchen Schätze aus der reichen Vergangenheit der Region. Zudem kehren jüdische Siedler und Pioniere in die Heimat ihrer Vorfahren zurück. Persische Händler sehen ihre Chance gekommen und beginnen, das Gebiet mit Waren aus dem fernen Osten zu beliefern.

against all odds games

Alternative Geschichte

Die Entwickler betonen, dass es sich um ein Szenario handelt, das historisch nicht korrekt abläuft. Die Vorgeschichte "Antinomy" beginnt etwa zehn Jahre vor Eintritt des Spielers von realen Ereignissen abzuweichen. Hier haben der ehemalige osmanische Offizier Omar El-Amin, der regionale Militärverwalter Mustafa Hasran und ein jüdischer Abenteurer namens Chayim Rosenthal gemeinsam eine Befriedung der Region organisiert, die langsam anfängt, zu florieren.

Doch Rosenthal kommt durch einen Verrat von Hasran ums Leben. El-Amin gelingt es zwar, dessen Versuch, die Macht an sich zu reißen, zu vereiteln, er kann jedoch das Entstehen eines politischen Bruchs nicht verhindern. Er nimmt sich Rosenthals Sohn Nathaniel an und schickt ihn in die Ferne, um die Universität zu besuchen und eine militärische Ausbildung abzuschließen.

Diplomatie, Handel, Kampf

An die Stelle von Jerusalem tritt die Stadt Al-Hamra, in die Nathaniel schließlich zurückkehrt, mit dem Entschluss, das Werk seines Vaters fortzuführen. Doch unerwartet wird die Stadt von osmanischen Truppen angegriffen und sein Mentor Omar entführt. Der Spieler selbst überlebt den Angriff und beginnt sein Abenteuer in einer entfernten Wüstensiedlung der rund 20 virtuelle Quadratkilometer großen Spielkarte.

Aufgabe soll es sein, mit Diplomatie, Handel und Kampf die Region über kulturelle und konfessionelle Grenzen wieder zu einen. Dabei ist es auch möglich, kleinere Fraktionen vom Anliegen zu überzeugen und auf die eigene Seite zu ziehen. Anderen zu helfen, etwa bei der Verteidigung von Karawanen oder die Erfüllung von Nebenaufgaben für Siedlungen und Außenposten, kann man sich auch langfristige Vorteile sichern – etwa durch bessere Handelskonditionen oder kostenloses Essen.

Sandstorm

Abseits diplomatischer Optionen kommt der Spieler auch um kämpferische Auseinandersetzungen nicht herum. Für diese sollen typische Waffen aus dieser Zeit zum Einsatz kommen. Neben verschiedenen Hieb- und Stichwaffen mit unterschiedlichen Attacken und Blocks kommen etwa Steinschloss-Gewehre und alte Pistolen zum Einsatz, die ihre lange Nachladezeit und geringe Präzision mit Durchschlagskraft wettmachen können.

Neben klassischer Kampfsteuerung soll es optional auch eine etwas strategischere Variante geben, die die Entwickler an das aus "Fallout" bekannte "V.A.T.S."-System anlehnen wollen.

Szenario mit Tücken

Dass das Szenario des "Heiligen Lands" auch im Hinblick aktueller Konflikte seine Tücken birgt, ist den Entwicklern bewusst. Sie betonen hier den Aspekt der von der realen Geschichte abweichenden Story.

Als Team mit muslimischen, jüdischen und christlichen Wurzeln mache man ein Game, in dem es darum geht, gemeinsam eine Vision eine besseren und gerechteren Welt zu verfolgen. Das Spiel soll letztlich auch für Vielfalt und Zusammenhalt werben.

Niedriges Finanzierungsziel

Ein andere Aspekt ist das niedrige und bereits überschrittene Finanzierungsziel von 1.085 Euro. Dieser Betrag dient demnach nicht für die Gesamtentwicklung des Spiels, sondern um zwei zusätzliche Charaktere für die anstehende Pre-Alpha-Version umsetzen zu können. Mit dieser will man dann auf traditionellem Wege weitere Geldmittel lukrieren.

Insgesamt fehlen den Entwicklern nach eigenen Angaben noch etwa 80.000 Euro auf eine Summe, mit welcher eine PC-Version mit den wichtigsten Features umgesetzt werden kann. Der auf Basis der Unreal Engine 4 umgesetzte Titel soll gemäß der aktuellen Roadmap Ende 2017 fertig werden.

homegrowngames

"Antinomy" soll in jedem Fall fertig werden

Sollten man die zusätzlichen Gelder nicht aufstellen können, will man aber auf jeden Fall eine Minimalversion liefern, welche die komplette Handlung enthält, aber mit weniger Features und Nebenquests auskommen muss. Unter anderem würde der geplante Multiplayer-Modus entfallen. Die Spielwelt und dazugehörige Assets soll bereits fast fertiggestellt sein.

Für die Vertonung einiger Dialoge und Storysequenzen hat man sich die Unterstützung mehrerer Sprecher gesichert. Diese bringen Vorerfahrung aus verschiedenen Games mit. Teil des Teams ist etwa Dave Fennoy, der in der ersten Telltale-Umsetzung von "The Walking Dead" dem Protagonisten Lee Everett seine Stimme geliehen hat, sowie John Dick, der Sprecher von "Serious Sam" sowie Adam Harrington, der nach Bigby aus "The Wolf Among Us" nun Nathaniel in "Antinomy" vertonen soll.

Einige Videos geben bereits Einblick in den aktuellen, frühen Entwicklungsstand des Games. Interessenten können sich ab 14 Euro eine digitale Kopie des Games sichern. Ab 28 Euro gibt es zudem auch Zugang zur kommenden Early Access-Version. Das Crowdfunding läuft noch bis 28. März. "Antinomy" wurde auch ins Steam Greenlight-Programm aufgenommen, die Entwickler wollen das Game auch für PlayStation 4 und Xbox One umsetzen. (gpi, 23.03.2016)

  • "Antinomy" soll Ende 2017 fertig gestellt werden. Neben der PC-Version ist auch eine Umsetzung für Xbox One und PlayStation 4 angedacht.
    screenshot: antinomy

    "Antinomy" soll Ende 2017 fertig gestellt werden. Neben der PC-Version ist auch eine Umsetzung für Xbox One und PlayStation 4 angedacht.

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