Streit um Henry am Zug: Gewerkschaft gesprächsbereit

23. März 2016, 11:39
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Am 8. April soll es ein schlichtendes Gespräch zwischen vida und Dogudan geben

Wien – Die Verkehrs- und Tourismusgewerkschaft vida ruft Do & Co-Chef Attila Dogudan zu Gespräche um die vom Arbeitsinspektorat beanspruchten Gesetzesverletzungen bei der Do & Co-Tochter Henry am Zug auf. Zuletzt hatte Dogudan offen gelassen, ob er seinen mit Jahresanfang 2017 auslaufenden Cateringvertrag mit den ÖBB verlängert.

Kreisen zufolge soll es am 8. April ein Treffen zwischen Gewerkschaftsvertretern und Dogudan geben, dieser war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Bisher habe der bekannte Gastronom jedenfalls weder die Wirtschaftskammer noch die vida bezüglich eines Kollektivvertrages (KV) kontaktiert.

Dumpingangebot?

Dabei arbeite die vida schon seit langem an einem eigenen KV für die mobile Gastronomie, so der Vorsitzender des vida-Fachbereich Tourismus, Berend Tusch, auf APA-Anfrage. Dogudan hatte sich in Interviews beschwert, dass die vom Arbeitsinspektorrat angezeigten Arbeitszeitübertretungen das Resultat einer untauglichen Arbeitszeitregelung seien. Kritiker hingegen meinen, dass Do & Co die Ausschreibung des ÖBB-Cateringvertrages dadurch gewonnen hat, dass er zu Preisen angeboten hatte, die mit den regulären arbeitsrechtlichen Bedingungen nicht zu halten gewesen wären.

Die Gewerkschaften widersprechen Dogudan auch in seiner Rechtsmeinung, wonach die ungarischen Zugbegleiter bei Henry am Zug zu recht nach ungarischen Kollektivverträgen bezahlt werden. Dogudan meinte, in einem Flugzeug gelten ja auch nicht die jeweils die KVs des Landes, das gerade überflogen wird. Replik von der Gewerkschafter: In einem Flugzeug kann aber während der Reise von A nach B nicht zu- und ausgestiegen werden.

KV des Gastgewerbe

Ein Zugbegleiter bekommt laut Homepage von Henry am Zug 1.400 Euro brutto im Monat für 40 Stunden die Woche. Die Entlohnung erfolgt nach dem Kollektivvertrag für Arbeiter im Gastgewerbe. Die ungarischen Zugbegleiter erhalten laut vida im Schnitt 500 Euro im Monat. Laut "Firmencompass" hat Henry am Zug im Geschäftsjahr 2014/15 einen Bilanzgewinn von 160.732 Euro erzielt.

Die ÖBB sehen jedenfalls keinen Handlungsbedarf. "Wir haben in den vergangenen Jahren gut mit Do & Co zusammengearbeitet und schätzen das Unternehmen und Attila Dogudan als zuverlässigen Partner, der mit hoher Qualität und seiner langjährigen Erfahrung wesentlich zur Verbesserung des Cateringsangebotes in unseren Zügen beigetragen hat", so Bahnsprecherin Sonja Horner zur APA. Unabhängig davor werde durch das Auslaufen des derzeitigen Vertragsverhältnisses mit Anfang 2017 bereits ein neuer Vergabeprozess gestartet. (APA, 23.3.2016)

  • Die ÖBB sieht keinen Handlungsbedarf.
    foto: apa / fohringer

    Die ÖBB sieht keinen Handlungsbedarf.

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