Snowden befürchtet Hintertüren in Microsoft-Software

23. März 2016, 09:33
75 Postings

Die Leaks von 2013 wären ohne freie Software nicht möglich gewesen, so der NSA-Whistleblower

Verschlüsselung. Privatsphäre, umfassende Online-Spionage – einen ganzen Komplex an Themen hat Edward Snowden auf den globalen Diskussionstisch gebracht, als er 2013 die umfassenden Aktivitäten der NSA und ihrer Partner offenlegte. Doch die Leaks, die bis heute die Öffentlichkeit beschäftigen, hätten ohne freier Software nicht stattgefunden, erklärte er nun in einer Videoansprache auf der LibrePlanet-Konferenz.

Angst vor Hintertüren

Dass er für die Kontaktaufnahme mit Journalisten und Helfern oder die Übermittlung der Geheimdokumente auf Rechner mit Microsoft-Software zurückgreift, sei für ihn undenkbar gewesen, zitiert ihn Winfuture.

Das liegt allerdings nicht daran, dass ihm Einfallstore für Geheimdienste in Windows und Co. bekannt gewesen wären, sondern daran, dass er ihre Existenz nicht ausschließen konnte. Microsoft-Software ist in der Regel Closed Source, dazu untersteht das Unternehmen aus Seattle US-Jurisdiktion.

Mehr Sicherheit bei Open Source

Im gleichen Zuge betont Snowden die Vorteile von Open Source. Bei Systemen wie der von ihm empfohlenen Linux-Distribution Tails ist der Quellcode einsehbar. Auch alle darauf vorinstallierten Tools stehen unter freier Lizenz. Das ermögliche es, Kontrolle über Sicherheit und Privatsphäre zu bewahren.

Tech-Riesen müssen mehr tun

Lobende Worte fand er für Apple, das sich seit einiger Zeit eine Auseinandersetzung mit dem FBI rund um das gesperrte iPhone von einem der beiden San Bernardino-Attentäter liefert. Eine dafür angesetzte Anhörung wurde kurzfristig verschoben, weil das FBI mit Hilfe einer dritten Partei eine Möglichkeit gefunden haben will, das Smartphone zu knacken. Dennoch, so Snowden, müssten die großen Tech-Konzerne noch mehr tun, um ihre Nutzer vor den neugierigen Augen der Behörden zu schützen. (gpi, 23.03.2016)

  • Edward Snowden will nicht auf Microsoft-Software vertrauen und schwört auf Open Source.
    foto: libreplanet (CC-Lizenz)

    Edward Snowden will nicht auf Microsoft-Software vertrauen und schwört auf Open Source.

Share if you care.