Die Fassade hält – bei Feuer, Regen und Hagel

25. März 2016, 08:00
3 Postings

Staatspreis Innovation 2016: Vielseitige Architekturplatten mit hoher Brandbeständigkeit

Wien – Man kann sie als Balkonverkleidungen einsetzen oder als hinterlüftete Fassadenelemente, als Bestandteile eines Zauns oder als Außenbekleidung für Holzfertigelemente. In Innenräumen können sie als Wandverkleidung, Deckenunterschichten oder als Trennwände für Büros oder Toiletten fungieren. Sogenannte Architekturplatten geben Gebäuden innen wie außen ein Gesicht, sie lassen sich vielseitig einsetzen und erfüllen sowohl Schutz- als auch Dekorfunktionen.

Einer der Hersteller derartiger Plattenelemente ist das Unternehmen FunderMax. Mit ihrer im hohen Maße brandbeständigen Hochdrucklaminatplatte m.look zählt der Werkstoffspezialist zu den Nominierten des Staatspreises Innovation 2016, der vom Wirtschaftsministerium am 29. März vergeben und von der Förderbank Austria Wirtschaftsservice abgewickelt wird.

"Unsere Platten geben den Architekten neue Gestaltungsmöglichkeiten", erklärt FunderMax-Geschäftsführer René Haberl. Die Compactplatten bieten zusätzlich zu ihrem dekorativen Nutzen eine hohe Brandbeständigkeit. "Man kann sie dort einsetzen, wo man früher auf Glas und Beton zurückgreifen musste." Unter anderem betrifft das auch die Fassaden von Hochhäusern mit mehr als 30 Meter Höhe. Sie erfordern auch eine höhere Brandklasse, die mit den FunderMax-Platten nun erfüllt wird. "Wenn Sie hohe Gebäude mit einer Fassade ausstatten wollen, brauchen Sie brandbeständiges Material. Die Brandvorschriften werden laufend verschärft. Die Anforderungen an das Material sind immens hoch", sagt Haberl.

Der Brennwert der m.look-Platten konnte im Vergleich zum bisherigen Standardprodukt des Herstellers um 84 Prozent gesenkt werden. Die Entwicklung entstand in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Holz, das im Rahmen des Comet-Programms durch die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG unterstützt wird.

Im Wesentlichen besteht das Material aus Glasfasern, nicht brennbarem Harz und Füllstoffen, erklärt Haberl. Die Glasvliese werden mit Harz getränkt und unter hohem Druck und Wärme zu stabilen Platten verpresst. "Bei der Entwicklung musste man sich an ein Verfahren herantasten, das einerseits die gewünschte Brandbeständigkeit, andererseits aber auch die statischen Vorgaben erfüllt", erklärt Haberl. Die Brandschutzvorgaben differieren zudem von Land zu Land, genaue Versuchsanordnungen stellen die Vergleichbarkeit sicher.

Der mineralische, nicht brennbare Kern wird mit einer widerstandsfähigen Oberfläche verbunden, die etwa kratz- und schlagfest, witterungsbeständig und leicht zu reinigen ist. Ein ökologischer Vorteil des Produktionsverfahrens ist, dass die Wärmeenergie, die bei der Trocknung entsteht, wieder in den Prozess rückgeführt werden kann.

Die Platten werden unter anderem an Bahnhöfen, Flughäfen, Schulen und Krankenhäusern und anderen Gebäuden, bei denen ein besonderer Anspruch an den Brandschutz gestellt wird, eingesetzt. Laut Haberl wurden die m.look-Elemente beispielsweise bereits als Innenverkleidung im Wiener Wilhelminenspital, als Fassade einer Salzburger Schule, in einem Stuttgarter Einkaufszentrum oder in britischen Bahnhöfen verbaut. (pum, 23.3.2016)

  • Die brandbeständigen Plattenelemente eignen sich besonders für Schulen, Krankenhäuser, Bahnhöfe und Flughäfen.
    foto: fundermax

    Die brandbeständigen Plattenelemente eignen sich besonders für Schulen, Krankenhäuser, Bahnhöfe und Flughäfen.

Share if you care.