Deutlich weniger Beschwerden über AMS beim Volksanwalt

22. März 2016, 15:24
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Reformen beim Arbeitsmarktservice zeigen laut Volksanwalt Günther Kräuter Wirkung

Auch wenn der Zuwachs zuletzt abflachte: Die Zahl der Arbeitslosen ist auf Rekordhoch. Das trifft nicht nur Jobsuchende. Auch jene, die bei den Arbeitsämtern für die Betreuung oder bei den Kursanbietern für Qualifizierung und Weiterbildung zuständig sind, spüren die angespannte Lage.

Die Reformen beim Arbeitsmarktservice (AMS) greifen allerdings. Das zeigt ein signifikanter Rückgang der Beschwerden im Zusammenhang mit dem AMS bei der Volksanwaltschaft: "Mit 527 Fällen gab es ein Allzeithoch im Jahr 2014. Im Vorjahr lag die Zahl bei 343", sagt Volksanwalt Günther Kräuter dem STANDARD. 2014 ist der Anstieg gegenüber dem Jahr davor bei 70 Prozent gelegen. Besonders die sogenannten Sinnloskurse des AMS wurden heftig kritisiert.

Höherwertige Kurse

Vor allem der Umstand, dass die Gelder für die Weiterbildungsmaßnahmen zugunsten qualitativ höherwertiger Kurse umgeschichtet worden sind, macht sich laut Kräuter bemerkbar: "2015 war ein Viertel den Sinnloskursen geschuldet und hatte im weiteren Sinn mit Wiedereingliederungsmaßnahmen zu tun. Die Zahl ist auf fünf Prozent zurückgegangen." Grund zum Zurücklehnen gibt nach Kräuters Ansicht aber nicht: "Die Zahl ist immer noch höher als 2013. Von den 343 Fällen sind 15 bis 18 Prozent Missstand, also unberechtigt gesperrte Gelder oder Kurse, die nicht anerkannt werden."

Wobei hier auch falsche Erwartungen mancher AMS-Kunden und die subjektive Unzufriedenheit mit der eigenen Situation eine Rolle spielen. Manch einer rechne sich vielleicht mit einem Chinesisch-Kurs bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus. Nicht selten stimmen solche Wünsche nicht mit der Realität überein.

Beschäftigung für Asylwerber

Das Arbeitslosengeld wurde im Vorjahr 102.431 Mal gesperrt. In Relation zur in diesem Zeitraum gestiegenen Arbeitslosigkeit um 3,1 Prozent ist der Zuwachs gering. Mehr als der Hälfte der Arbeitslosen wurde das Geld vorübergehend gestrichen, weil sie einen Kontrolltermin beim Berater im Arbeitsamt nicht wahrgenommen beziehungsweise vergessen haben. Wegen Arbeitsunwilligkeit wurde das Geld 225 Mal gestrichen.

An einem Punkt hält Kräuter fest. In Sachen Beschäftigung für Asylwerber gelte es, Nägel mit Köpfen zu machen: "Es ist ein ganz klares Menschenrecht, dass man Arbeit suchen und annehmen kann." (rebu, 22.3.2016)

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