John Kerry traf kolumbianische FARC-Guerilla

22. März 2016, 16:16
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US-Außenminister versucht, in den festgefahrenen Friedensverhandlungen zu vermitteln

Havanna – Am Rande des historischen Besuchs von US-Präsident Barack Obama in Kuba haben die Vereinigten Staaten versucht, in den festgefahrenen kolumbianischen Friedensverhandlungen vermitteln. Außenminister John Kerry traf am Montag die Unterhändler der kolumbianischen Regierung und der linken Guerillaorganisation FARC.

"Es war ein sehr produktives Treffen", sagte der Chefunterhändler der Regierung, Humberto de la Calle, nach den Gesprächen in Havanna.

Die USA wollten den Friedensprozess weiter unterstützen. Kerry habe Finanzhilfen in Höhe von 450 Millionen Dollar (knapp 400 Millionen Euro) für die Zeit nach dem Ende des seit Jahrzehnten andauernden Konflikts gemacht. So wollten die USA beim Räumen der zahlreichen Minen in dem südamerikanischen Land helfen.

Sicherheitsgarantien

De la Calle erklärte nach dem Gespräch, ein wichtiges Thema seien Sicherheitsgarantien für Kämpfer, die ihre Waffen niederlegten, gewesen. Als die kolumbianische Guerilla in den 80er Jahren versuchte, sich als "Unión Patriótica" am demokratischen Prozess zu beteiligen, ermordeten rechte Paramilitärs 3.000 Menschen, vom einfachen Unterstützer über Abgeordnete bis zu Präsidentschaftskandidaten.

Danach traf Kerry die Vertreter der FARC. Die Rebellen riefen den Außenminister dazu auf, sie als politische Kraft anzuerkennen. Bisher gilt die Guerillagruppe in den Vereinigten Staaten als terroristische Vereinigung. Die FARC dankten Kerry für die Unterstützung der USA im Friedensprozess und baten um Unterstützung, um die Gewalt durch Paramilitärs zu stoppen.

Nach rund dreieinhalbjährigen Verhandlungen wollten die Konfliktparteien eigentlich am Mittwoch ein Friedensabkommen unterzeichnen. In der Schlussphase kamen die Gespräche allerdings ins Stocken. Es hakt noch an Details, etwa bei der Abgabe der Waffen der noch rund 8.000 Rebellen und einem geplanten Referendum über den Friedensvertrag.

Kerry rief am Montag beide Seiten dazu auf, ihre Anstrengungen zu erhöhen und die Friedensverhandlungen rasch abzuschließen. Nötig seien ein Waffenstillstand, ein konkreter Plan für die Niederlegung der Waffen und Sicherheitsgarantien für die Konfliktparteien. (red, APA, AFP, 22.3.2016)

  • Historischer Moment: John Kerry und die FARC-Delegation in Havanna
    foto: ap/revolutionary armed forces of colombia

    Historischer Moment: John Kerry und die FARC-Delegation in Havanna

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