Leuchtpuppen mit Gummiringerln

7. April 2016, 08:26
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Die Designerin Susanne Bisovsky hat die Kunstbühne des Swarovski-Stores gestaltet

Chinesische Touristen haben einen neuen Selfie-Hotspot ausgemacht. Vor dem Swarovski-Flagshipstore in der Kärntner Straße recken sie die Smartphones in die Höhe und werfen sich in Position. Schuld ist das große Swarovski-Schaufenster hinter ihnen. Das hat die in Wien lebende Designerin Susanne Bisovsky gestaltet: Das Fenster hat sie mit einem Spitzenmuster beklebt, die Bühne großzügig mit Blumenteppichen ausgelegt, drei kopflosen Puppen ihre wippenden Kleider mit den vielen Unterröcken übergezogen, schwere Vorhänge aufgehängt und drei üppige Blumensträuße im Schaufenster verteilt.

Haute Couture, made in Austria

Bisovsky zeigt mitten auf der Kärntner Straße das, was hier neben austauschbaren Modeketten Mangelware geworden ist: Haute Couture, made in Austria. Was die Puppen von denen der Retailer unterscheidet? Bisovskys "elektromagnetisches 3 Maederlhouse" glimmt und wird mit elektromagnetischen Impulsen versehen. Dank elastischer Gummiringerln wippen die Puppenbeine auf und ab.

Mit dem Raum will Bisovsky, die in der Vergangenheit mit Jean-Charles de Castelbajac, Helmut Lang und Kathleen Madden zusammengearbeitet hat, vorführen, was sie unter "Wiener Chic" versteht. Statt "kühler, globaler Statements" eine warme Inszenierung, die "irrlichternde Städter erquicken und laben" will. Die chinesischen Touristen scheinen die Botschaft schon verstanden zu haben. Irgendwie zumindest. (feld, RONDO, 7.4.2016)

Das elektromagnetische 3 Maederlhouse ist noch bis Ende Mai im Swarovski Kristallwelten Store auf der Kärntner Straße 24 zu sehen.

www.kristallwelten.swarovski.com

  • Susanne Bisovsky zeigt mitten auf der Kärntner Straße Haute Couture, made in Austria.
    foto: swarovski

    Susanne Bisovsky zeigt mitten auf der Kärntner Straße Haute Couture, made in Austria.

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