15 Monate teilbedingte Haft für sexuelle Übergriffe auf Mädchen

22. März 2016, 12:58
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22-jähriger Angeklagter gestand die Taten, Urteil bereits rechtskräftig

Salzburg – Ein 22-jähriger Halleiner hat sich am Dienstag wegen geschlechtlicher Nötigung und sexueller Belästigung zum Nachteil von insgesamt sechs Frauen vor einem Schöffensenat in Salzburg verantworten müssen. Der Bursch drang laut Anklage vermummt in das Zimmer von schlafenden Mädchen eines Internats ein und berührte sie unsittlich. Weiters soll er sich vor zwei Frauen selbst befriedigt haben.

Dafür wurde er am Landesgericht Salzburg im Sinne der Anklage zu 15 Monaten teilbedingter Haft, davon vier Monate unbedingt, bereits rechtskräftig verurteilt worden. Der vorsitzende Richter ordnete eine Bewährungshilfe und eine Psychotherapie an. Der 22-jährige Halleiner hatte sich zu den Vorwürfen geständig gezeigt. Er war zum Tatzeitpunkt laut einem Gutachten zurechnungsfähig.

Gutachten attestiert Störung

Bereits einen Tag darauf wurde der Verdächtige nach Hinweisen von Zeugen ausgeforscht. Er zeigte sich vor der Polizei geständig und rechtfertigte sich damit, dass er alkoholisiert gewesen sei. Im Laufe der Ermittlungen wurden dem Halleiner noch drei weitere Übergriffe angelastet: Er soll im März 2014 und Oktober 2015 eine Frau sexuell belästigt und sich vor zwei anderen Frauen selbst befriedigt haben.

Die Staatsanwältin zitierte aus einem Gutachten, wonach der bisher unbescholtene Angeklagte an einer Störung der Sexualpräferenz leidet. Der Schock, mit dem die Frauen auf sein exhibitionistisches Verhalten reagierten, empfinde er als sexuell stimulierend, erläuterte Fischer. In der Befragung durch den vorsitzenden Richter Christian Ureutz zeigte sich der Bursch äußerst wortkarg. Er gestehe die Taten ein, erklärte er zu Beginn des Prozesses am Landesgericht. Mehr Angaben konnte ihm der Richter vorerst nicht entlocken. Der Beschuldigte war verstummt. Schließlich wurde die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen.

Zuvor hatte Verteidiger Karl Wampl noch erklärt, der Bursch lege ein vollständiges und reumütiges Geständnis ab. "Er ist alles andere als aggressiv, sondern er ist sehr zurückhaltend. Heute ist er völlig von der Rolle, er bringt nichts mehr heraus." Falls der Halleiner eine intensive Therapie absolviere, "wird er nicht mehr gefährlich sein", meinte Wampl. (APA, 22.3.2016)

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