Bertelsmann 2015 mit Gewinn-Sprung auf 1,1 Milliarden Euro

22. März 2016, 11:13
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Verlagstocher Gruner + Jahr im Minus – Aktivitäten in Österreich blieben in Umsatz und Ergebnis unter Vorjahr

Gütersloh – Nach einem jahrelangen Umbau des Unternehmens vermeldet der Medienkonzern Bertelsmann für 2015 einen Gewinnsprung um mehr als 90 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro. Vorstandschef Thomas Rabe verkündete am Dienstag in Berlin die Bilanzzahlen für das Geschäftsjahr 2015. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent auf 17,1 Mrd. Euro.

Den größten Anteil am Gewinn steuerte die RTL Group mit einem Gewinnzuwachs von 21 Prozent auf 789 Mio. Euro bei. Rabe zeigte sich zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr. "Das gibt uns die Gewissheit, dass wir bei dem Umbau auf einem guten Weg sind", sagte Rabe der Deutschen Presse-Agentur.

Veränderungen in der Struktur

Er kündigte Veränderungen in der Struktur des Unternehmens an. Acht statt bisher fünf Unternehmensbereiche agieren jetzt im Konzern eigenständig: Der Musikrechteverwerter BMG, Bertelsmann Education für das internationale Bildungsgeschäft und der Bereich Bertelsmann Investments mit einer Vielzahl von digitalen Neugründungen präsentieren ab 2016 ihre eigenen Geschäftszahlen.

Bertelsmann bereitet sich auf eine Erhöhung seiner bisher knappen Mehrheit am weltgrößten Buchverlag Penguin Random House vor. Abhängig von den Plänen des Miteigners Pearson, wolle Bertelsmann seinen Anteil auf 70 bis 75 Prozent aufstocken, sagte Rabe. Falls Pearson komplett aussteige, wünsche er sich für die übrigen Anteile einen Co-Investor. Mehrere Interessenten hätten Bertelsmann bereits angesprochen. In der Branche wird seit längerem damit gerechnet, dass Pearson sich früher oder später von seinem Anteil trennt.

Umsatz und Ergebnis in Österreich "unter Vorjahr"

Bertelsmann-Tochter G+J Deutschland verzeichnete "angesichts eines deutlich rückläufigen Print-Anzeigengeschäfts" einen Umsatz- und Ergebnisrückgang. Die Vertriebserlöse würden sich aber "aufgrund einer Print-Offensive und angepasster Copypreise gegen den Markt stabil" halten. In Österreich blieben die Aktivitäten in Umsatz und Ergebnis "unter Vorjahr", heißt es. G+J st hierzulande mit 56 Prozent am News Verlag beteiligt. "Der österreichische Pressemarkt war weiter stark unter Druck, was sich auch in der Entwicklung der Verlagsgruppe News widerspiegelt", heißt es in der Aussendung von Bertelsmann. Im Anzeigengeschäft habe die Gruppe aber Marktanteile hinzugewonnen. (APA, red, 22.3.2016)

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