Obama: Google wird Breitband-Internet in Kuba aufbauen

21. März 2016, 18:07
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US-Präsident verkündet Abmachung am Rande seines Besuchs im Inselstaat

Die Tauzeit in den Beziehungen zwischen den USA und Kuba soll dem sozialistischen Inselstaat nun auch eine moderne Anbindung an das Internet bringen. In einem Interview mit dem US-TV-Sender ABC kündigt US-Präsident Obama an, dass Android-Hersteller Google die nötige Infrastruktur liefern soll.

Viele offene Fragen

Konkret sprach Obama neben Breitband-Internet-Zugängen auch von WLAN für die Insel. Weitere Details zu der Abmachung gibt es bislang noch nicht. Insofern ist auch unklar, welchen Umfang die Aktivitäten des Suchmaschinenanbieters schlussendlich haben werden.

Logische Wahl

Die Wahl von Google ist nur auf den ersten Blick überraschend. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren einiges an Expertise im Bereich Internet-Infrastruktur gesammelt. So betreibt man nicht nur mit Google Fiber einen eigenen Provider, das Unternehmen investiert auch in mehrere Projekte, um ärmere Regionen der Welt mit schnellem Internet zu versorgen. Zudem war Google Executive Chairman Eric Schmidt schon vor zwei Jahren nach Kuba gereist, um sich für ein freies und offenes Internet einzusetzen, und hat dort wohl die entsprechenden Kontakte geknüpft.

Zu teuer

Bisher ist Internet in Kuba für Einheimische kaum erschwinglich. So wurde erst vergangenes Jahr der erste öffentliche WLAN-Hotspot eröffnet, der mit einem Preis von rund zwei Euro pro Stunde aber praktisch nur für Touristen leistbar ist. Google bietet die eigenen WLAN-Netze hingegen üblicherweise kostenlos an, zumindest in der Frage der Zugänglichkeit für die lokale Bevölkerung könnte sich durch den Deal einiges ändern. An der staatlichen Zensur des Internets wird hingegen auch Google vorerst kaum vorbeikommen. (red, 21.3.2016)

  • US-Präsident Obama zu Besuch in Kuba.
    foto: ivan alvarado / reuters

    US-Präsident Obama zu Besuch in Kuba.

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