Forscher erschufen Zebrafisch mit extrem farbenprächtigen Hautzellen

22. März 2016, 07:30
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Damit soll untersucht werden, wie die einzelnen Zellen bei einer Hautverletzung zusammenwirken und die Haut heilen

Durham – Dieser Fisch wäre wohl der Traum jedes Aquarianers: Forscher in den USA haben mit gentechnischen Methoden einen extrem farbenprächtigen Zebrafisch geschaffen. Der Effekt entsteht dadurch, dass jede einzelne Hautzelle des Tiers – unter dem Mikroskop betrachtet – in einer anderen Farbe leuchtet.

foto: chen-hui chen, uni duke

Damit wollen Chen-Hui Chen und Kenneth Poss von der Duke University freilich nicht ins Zierfischgeschäft einsteigen. Sie wollen an den solcherart manipulierten Fischen untersuchen, wie die einzelnen Zellen bei einer Hautverletzung zusammenwirken und die Haut heilen.

foto: chen-hui chen, uni duke

70 Farbtöne

Die verwendete Methode nennt sich "Skinbow" (also Hautbogen) und hilft, in einem einzigen Schritt hunderte oder sogar tausende Zellen in einem regenerierenden Gewebe sichtbar zu machen, wie die Wissenschafter im Fachblatt "Developmental Cell" berichten.

Mit der Färbung habe jede Zelle eine Art Barcode und könne so über Tage und Wochen beobachtet werden, so die Forscher. Die Hautzellen der "Skinbow"-Zebrafische bilden nach dem Zufallsprinzip verschiedene Mischungen roter, grüner und blauer fluoreszierender Proteine. Auf diese Weise entstehen mehr als 70 deutlich unterscheidbare Farbtöne – genug, um eine identische Nuance benachbarter Zellen sehr unwahrscheinlich zu machen.

duke university

Detaillierte Auswertung

"Die Farben werden nur in der äußersten Hautschicht gebildet und bleiben während der gesamten Lebenszeit der jeweiligen Zelle erhalten." Das Team schuf nicht nur den Fisch, sondern entwickelte auch gleich die passende Software zur Auswertung von Bilderserien. Für jede einzelne Zelle einer beobachteten Region könne so eine eigene "Biografie" geschrieben werden, so die die Forscher.

Darin würden Bewegungen ebenso erfasst wie Größen- und Formveränderungen und andere Reaktionen auf Hautverletzungen. Für ausgefeiltere Beobachtungsmöglichkeiten soll das System nun noch weiter ergänzt und mit anderen bildgebenden Techniken kombiniert werden. (red, APA, 21.3.2016)

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