Toonz: Animationssoftware hinter "Futurama" und "Chihiro" bald Open Source

21. März 2016, 15:29
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Neue Strategie nach Besitzerwechsel – weiterhin bezahlpflichtige Premium-Version für Unternehmen

Gute Neuigkeiten für Zeichentrickkünstler. Die Software Toonz, mit der einige bekanntere Produktionen verschiedener Genres umgesetzt wurden, soll bald kostenlos zu haben sein. Nach einem Besitzerwechsel wird die vom renommierten japanischen Studio Ghibli eingesetzte Variante unter dem Namen OpenToonz zu Open Source.

Mit Toonz hat das Unternehmen unter anderem "Chihiros Reise ins Zauberland" zum Leben erweckt. Der erste Film, für den man die Software eingesetzt hat, war "Prinzessin Mononoke" aus dem Jahr 1995, um handgezeichnete und digitale Inhalte nahtlos zu verknüpfen, schildert Engadget. Auf den Markt gekommen ist Toonz ursprünglich 1993. Auch bei anderen Produktionen ist Toonz schon genutzt worden, darunter die Scifi-Zeichentrickserie "Futurama".

foto: futurama

Mächtige Software

Das Animationstool gilt als sehr mächtig und setzt Erfahrung voraus. Die Lernkurve soll sehr steil sein. Sie ermöglicht es, gezeichnete Inhalt zu Vektoren zu konvertieren, die anschließend genutzt werden können, um Charaktere mittels eines vordefinierten "Skeletts" zum Leben zu erwecken. Mittlerweile beherrscht das Programm auch die dritte Dimension.

Die Open Source-Veröffentlichung ist Teil einer Vereinbarung zwischen Digital Video, dem Unternehmen, das Toonz ursprünglich entwickelt hat, und Dwango, einem japanischen Publisher, der das Programm gekauft hat.

OpenToonz und Toonz Premium

Dwango will in Zukunft eine eigene Premium-Version der Software für Unternehmen anbieten. Für diese wurde auch eine eigene Website ins Leben gerufen. Die nunmehr quelloffene Version wird weiterhin über ihre bisherige Adresse gepflegt. Offiziell präsentiert wird OpenToonz im Rahmen der Anime Japan. Die Messe findet am 26. und 27. März in Tokio statt.

universum film

Ghibli-Comeback mit "Red Turtle"

Studio Ghibli schloss Ende 2014 übergangsweise seine Pforten, nachdem Gründer und Chef Hayao Miyazaki seinen Ruhestandangetreten hatte. Über sein einflussreiches Wirken wird mittlerweile eine Dokumentation namens "Kingdom of Dreams and Madness" umgesetzt, die im Mai oder Juni veröffentlicht werden soll.

Auch Studio Ghibli hat mittlerweile seine Arbeit wieder aufgenommen. Gemeinsam mit den europäischen Kollegen aus dem Hause Wild Bunch arbeitet man an einem Film namens "Red Turtle", wobei das japanische Unternehmen hier auf die Animationsarbeit beschränkt. Die Anime-Produktion soll in Japan bereits im kommenden September erscheinen. (gpi, 21.03.2016)

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