Wenn weißer Rauch aus der Hofburg aufsteigt

Blog23. März 2016, 09:42
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In Teilen der Residenz des Staatsoberhauptes herrscht striktes Qualmverbot – doch wenn bald weißer Rauch aufsteigt, gibt es nur drei Möglichkeiten, wer Präsident geworden ist

Wien – Eines hat Alexander Van der Bellen für seine Präsidentschaft schon hoch und heilig gelobt: dass er sich in der Hofburg beim Rauchen "mäßigen" werde. Doch bereits seit Jahrzehnten ist der 72-Jährige dafür bekannt, dass er, bevor er auf Fragen Antworten gibt, lieber einmal ausgiebig nachdenkt und dabei auch ein, zwei Züge nimmt. Wo will und kann der Professor als Präsident also künftig seiner Leidenschaft, gleichzeitig auch seinem Laster, frönen? Im Besenkammerl der Hofburg? Vor den Toren auf dem oft stürmischen Ballhausplatz? Oder einfach gleich beim Fenster raus, sodass der Qualm in Richtung Heldenplatz abzieht?

Striktes Rauchverbot in Repräsentationsräumen

Hoch an der Zeit, die entsprechenden Vorschriften in der Residenz des Staatsoberhauptes unter die Lupe zu nehmen. Bruno Aigner, schon sein halbes Leben lang die rechte Hand von Bundespräsident Heinz Fischer, muss das wissen. "In den Repräsentationsräumen herrscht striktes Rauchverbot", erklärt Aigner dem STANDARD. Soll heißen: Undenkbar, dass sich Van der Bellen etwa im Maria-Theresien-Zimmer eine anzündet, wo die Kaiserin bis heute – etwa bei Regierungsangelobungen – ernst von der Wand herabblickt. Außerdem finden dort auch die Empfänge für hohe Staatsbesuche statt.

Was sich abends mitunter hinter der Tapetentür tut

Hinter der roten Tapetentür, wo einst "im grünen Salon" das Arbeitszimmer von Kaiser Josef II. lag und heute der Bundespräsident mitunter einsam und allein amtiert, tut sich aber sehr wohl eine Möglichkeit auf, denn: "Abends, in Zeiten der Entspannung", erzählt Aigner, "raucht hier Heinz Fischer ab und zu Pfeife." Eindringlicher Nachsatz: "Aber nie, wenn er Besuch hat – und somit vor anderen Leuten."

Zur Wahl stehen drei rauchende Kandidaten

Doch nicht nur der frühere Obergrüne, nun unabhängiger Kandidat, steht im Verdacht, dass er die wertvollen alten Schinken in der Hofburg verselchen könnte. Denn auch SPÖ-Anwärter Rudolf Hundstorfer greift regelmäßig zum Glimmstängel – und auch er zieht wie VdB nicht bloß daran, he also inhales. Immerhin: FPÖ-Kandidat Norbert Hofer, derzeit Dritter Nationalratspräsident, hat die wohl umweltfreundlichste Lösung für die roten Teppiche und lochbestickten Vorhänge schon gefunden. Seit "zirka fünf Jahren" greift er nur mehr zu E-Zigaretten. (Nina Weißensteiner, 23.3.2016)

  • Präsidentschaftskandidat Alexander Van der Bellen, passionierter Raucher, würde sich in der Hofburg "mäßigen", hat er bereits gelobt.
    foto: urban

    Präsidentschaftskandidat Alexander Van der Bellen, passionierter Raucher, würde sich in der Hofburg "mäßigen", hat er bereits gelobt.

  • Laut Vorschriften ist es undenkbar, dass sich VdB etwa im Maria-Theresien-Zimmer eine anzündet, wo die Kaiserin bis heute – etwa bei Regierungsangelobungen – ernst von der Wand herabblickt.
    foto: cremer

    Laut Vorschriften ist es undenkbar, dass sich VdB etwa im Maria-Theresien-Zimmer eine anzündet, wo die Kaiserin bis heute – etwa bei Regierungsangelobungen – ernst von der Wand herabblickt.

  • Doch hinter der roten Tapetentür, im "grünen Salon", wo einst das Arbeitszimmer von Kaiser Josef II. lag und heute der Bundespräsident mitunter einsam und allein amtiert, tut sich eine Möglichkeit auf.
    foto: cremer

    Doch hinter der roten Tapetentür, im "grünen Salon", wo einst das Arbeitszimmer von Kaiser Josef II. lag und heute der Bundespräsident mitunter einsam und allein amtiert, tut sich eine Möglichkeit auf.

  • Denn "abends, in Zeiten der Entspannung", raucht im grünen Salon jetzt schon Heinz Fischer "ab und zu Pfeife", weiß dessen rechte Hand Bruno Aigner. "Aber nie, wenn er Besuch hat – und somit vor anderen Leuten."
    foto: fischer

    Denn "abends, in Zeiten der Entspannung", raucht im grünen Salon jetzt schon Heinz Fischer "ab und zu Pfeife", weiß dessen rechte Hand Bruno Aigner. "Aber nie, wenn er Besuch hat – und somit vor anderen Leuten."


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